Korschenbroich: Vom Major zum Junggesellen-König

Korschenbroich : Vom Major zum Junggesellen-König

Der Ehrenamtler Fabian Hintzen ist der neue König der St.-Katharina-Junggesellen-Bruderschaft. Er fiebert Unges Pengste entgegen.

Es war keine leichte Aufgabe für Major Fabian Hintzen im Oktober 2010. Mal regnete es, mal schien wieder die Sonne, und der Vogel wollte einfach nicht fallen. Es dauerte zwei Stunden bis Fabian Hintzen zum entscheidenden Schuss ansetzte. Der wievielte es letztendlich war, weiß der amtierende Junggesellen-König selber nicht mehr genau: "Ich stand so sehr unter Adrenalin", erinnert er sich. Zur Info: Es war der 424. Schuss, der ihn zum König machte.

Seit elf Jahren ist Fabian Hintzen aktiv in der St.-Katharina-Bruderschaft Korschenbroich. Entstanden ist die Idee, einen Schützenzug zu gründen, beim gemeinsamen Fußballspiel. Ein passender Name für den Zug wurde rasch gefunden: die "Luschuere" — was so viel bedeutet wie "Schlitzohren". Aus den anfangs nur sieben Mitgliedern sind mittlerweile 14 geworden.

Ganz überraschend war die Krönung für Fabian Hintzen jedoch nicht. "Es war schon mein Ziel", sagt er. "Dass der Vogel am Ende wirklich fiel, konnte natürlich keiner ahnen".

Der 25-Jährige arbeitet seit seiner kaufmännischen Ausbildung im Familienbetrieb Uniform- und Kostümverleih Hintzen an der Hindenburgstraße. Es ist mittlerweile die sechste Generation. Zurzeit führt sein Vater noch den Verleih, doch die Nachfolge ist mit Fabian gesichert. Seine eigene Uniform hat er sich zwar nicht geschneidert, doch "die genauen Vorstellungen waren schon da".

Dass mit dem Amt des Königs nicht nur Spaß verbunden ist, weiß er auch: "Es steht neben dem Feiern auch viel Arbeit an, die es allerdings auch Wert ist." Einige Repräsentationstermine gibt's schon, angefangen von den Offiziersversammlungen bis hin zum Besuch im Kindergarten, wo es eine kleine Parade geben soll — Ehrengast ist hier natürlich der neue Junggesellen-König.

Wirklich ledig ist Fabian Hintzen aber nicht mehr. Seit vier Jahren ist er mit seiner Freundin Stefanie Hörner (25) zusammen und seit einiger Zeit auch schon mit ihr verlobt. Dass die Verlobung vor Unges Pengste sein sollte, war ihm wichtig. Die Hochzeit steht dann nächstes Jahr im April an.

Für das nahende Pfingstwochenende gibt es noch einiges zu tun. Am Pfingstmontag ist das große Frühstück beim König mit knapp 400 Mann geplant. Und auch der Burgbau befindet sich in vollem Gange. Ab Freitag soll die Hausfassade an der Hindenburgstraße dann eine 18 Meter lange Burgfront zieren. Wie kommt man an die ganzen Materialien? "Entweder hat man viele Kontakte oder viel Geld. Zum Glück kenne ich viele Leute", sagt der 25-Jährige. Seine Freizeit widmet er dem Fußball. Von klein an kickt er bei den Sportfreunden Neersbroich. Heute ist er zudem als Betreuer und Co-Trainer unterwegs. Besonders gefreut habe ihn auch der Klassenerhalt von Borussia Mönchengladbach. "Das passte jetzt einfach noch", freut er sich.

Das königliche Dasein will er an Unges Pengste in der schmucken Uniform ausgiebig genießen.

(NGZ)
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