Korschenbroich: Mexikaner beim Schützenfest

Korschenbroich: Mexikaner beim Schützenfest

Er heißt mit vollem Namen José Roberto Reyes Rangel, aber seine Freunde nennen ihn einfach José. Der 18-jährige Mexikaner lebt seit Mitte September 2010 als Austauschschüler bei der Familie Cremer am Finkenweg.

Er hat sich sehr gut eingelebt und wird am Wochenende zusammen mit Steffen Cremer (21) im Schützenzug "St. Andreas" bei Unges Pengste in Korschenbroich mitmarschieren. Schützenhut statt Sombrero — der 18-Jährige ist begeistert von der deutschen Kultur.

In den vergangenen neun Monaten hat José sehr viel erlebt und gesehen. Er war unter anderem in Dresden, München und Wien, in Rothenburg ob der Tauber und in Schloss Neuschwanstein, in Oslo und Paris — und in Städten wie Düsseldorf und Köln sowieso. Im Winter sah er zum ersten Mal Schnee.

Der junge Mann aus der mexikanischen Stadt San Luis Potosi hat eine schnelle Auffassungsgabe: Mit minimalen Deutschkenntnissen angereist, kann er sich mittlerweile sehr gut verständigen. Er hat das Leben in Deutschland, speziell in Korschenbroich, schnell schätzen gelernt: "Ich esse gerne Bratwurst, die ist so lecker, und mir schmeckt auch das Bolten Alt ganz toll", sagt der 18-Jährige. Empfindet er die Deutschen als humorlos? "In Korschenbroich können die Leute auf jeden Fall richtig Party machen", so seine Erfahrung. Deshalb freut er sich auf das bevorstehende Schützenfest. Er hat auch beim Schmücken des Finkenwegs kräftig mitgeholfen.

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José, der drei ältere Schwestern hat, möchte Architektur oder International Business studieren. Er ist sicher, dass ihm der Abschied am 8. August sehr schwer fallen wird. Das sieht die Familie Cremer nicht anders. "Er ist sehr pflegeleicht", hat Christa Cremer (52) schnell festgestellt. Auf die Idee, einen Austauschschüler für ein knappes Jahr aufzunehmen, waren Josef und Christa Cremer gekommen, nachdem ihr Sohn Michael (18) ein Auslandsjahr in Chile absolviert hatte. Christa Cremer sieht in José "eine echte Bereicherung": "Er hat für uns mexikanisch gekocht, und ich habe sehr viel über sein Heimatland erfahren."

Der 18 Jahre alte José, der mit seiner Familie in Mexiko regelmäßig über Skype kommuniziert, schiebt den Gedanken daran, dass seine Zeit in Korschenbroich abläuft, beiseite. Seine Devise: "Ich werde einfach jeden Tag, der mir hier noch bleibt, genießen."

Nach dem Korschenbroicher Schützenfest steht bis zu seiner Abreise im August noch ein weiterer Höhepunkt für ihn auf dem Programm: José Roberto Reyes Rangel wird mit der Jahrgangsstufe 12 des Korschenbroicher Gymnasiums in die Toskana fahren.

(NGZ)
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