Korschenbroicher wohnen in Australien: Down under und kein Unges Pengste

Korschenbroicher wohnen in Australien: Down under und kein Unges Pengste

Für vier Jahre sind René und Christina Scheffler nach Melbourne gezogen. Die beiden lieben Australien, vermissen jedoch auch ihre Heimat. Im Mai wollen sie in Korschenbroich heiraten, aber das Schützenfest werden sie versäumen.

Einen Gruß aus "Down Under" senden René und Christina Scheffler: Die beiden sind im Januar nach Australien ausgewandert - zumindest vorübergehend. "Wir werden für drei bis vier Jahre in Melbourne bleiben", sagt René Scheffler. Das Paar will in wenigen Tagen kirchlich heiraten und kommt dazu zurück in die Heimat. "Auch wenn Australien sehr viel zu bieten hat, vermissen wir Korschenbroich sehr", sagt Christina Scheffler, die an der University of Melbourne eine Doktorandenstelle angenommen hat. Für sie und ihren Mann, der sich dort ebenfalls beruflich weiterbilden möchte, ist es bereits das dritte Mal, dass sie in Australien sind. Seit Januar läuft ihr bisher längster Aufenthalt am anderen Ende der Welt.

Wie es sich 16.000 Kilometer Luftlinie von Korschenbroich entfernt so lebt? "Besonders gefällt uns die Mentalität der Australier, die stets positiv denken, immer nach dem Motto ,no worries'", sagt René Scheffler. Der 31-Jährige spricht in Bezug auf Melbourne (4,7 Millionen Einwohner) von einer "multikulturellen und gastfreundlichen Stadt". Die Metropole an der Südostküste Australiens gilt als besonders lebenswert, bereits zum siebten Mal infolge ist sie entsprechend ausgezeichnet worden. "Einerseits hat Melbourne das bunte und geschäftige Treiben einer Großstadt, andererseits gibt es hier auch sehr schöne grüne und erholsame Parks", berichtet die 26-jährige Christina Scheffler, die bis vor wenigen Monaten noch Bolten mit Nachnamen hieß. Die beiden wohnen derzeit in einem Appartement in der Nähe des Stadtzentrums, wollen jedoch bald nach etwas Größerem Ausschau halten.

René und Christine Scheffler wollen für drei oder vier Jahre in Australien bleiben. Foto: Scheffler
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Die Schefflers haben Australien in den vergangenen Monaten auch bei zwei vorangegangenen Reisen erkundet. Christina hat 2011 als Au Pair bei einer Gastfamilie in Brisbane gearbeitet, mit ihrem Mann ging sie später auf Rundreise. Im vergangenen Jahr verschlug es die beiden für vier Monate nach Neuseeland, anschließend ging es an die australische Westküste. Die Schefflers sprechen von "vielfältiger Landschaft und Natur". Sie waren bereits im "roten Zentrum" des Kontinents, an mehreren Stränden und in verschiedenen Nationalparks, wie dem "Wilsons Promontory National Park", den sie erst kürzlich bereist haben. "An Australien gefällt uns auch das Wildlife, hier gibt es Tiere wie Koalas, Kängurus und Wombats, aber auch ungebetene Gäste wie Schlangen und Spinnen", erzählt René Scheffler, der plant, in Australien als Netzwerktechniker zu arbeiten und nach Fortbildungsmaßnahmen für den australischen Arbeitsmarkt im Gespräch mit möglichen Arbeitgebern ist. Seinen alten Job in Deutschland hat er gekündigt. Christina Scheffler absolviert ihre Doktorandenstelle an der Melbourne-Universität im Bereich der Tumorimmunologie.

"Am meisten vermissen wir natürlich unsere Familie und Freunde", erzählt René Scheffler, insbesondere, da seine Schwester Ende März Drillinge bekommen habe, die er bisher nur auf Fotos sehen konnte. Aber noch etwas macht das Herz schwer: "Außerdem ist es für mich als Schütze besonders schmerzlich, dass ich in diesem Jahr zu Unges Pengste nicht in Korschenbroich sein kann."

(cka)