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Unges Pengste 2012: Unges Pengste - Ein Fest, zwei Könige

Unges Pengste 2012 : Unges Pengste - Ein Fest, zwei Könige

Ganz Korschenbroich feiert am Pfingstwochenende sein großes Volks- und Heimatfest Unges Pengste. 1000 Schützen ziehen auf, 350 Musikanten blasen ihnen den Marsch. Mit Thomas Schmitten (Sebastianer) und Sebastian Schmitz (Junggesellen) stehen zwei Könige im Mittelpunkt.

Kleine Brötchen backt Thomas Schmitten (40) normalerweise nicht, auch wenn an Pfingstmontag die Brötchen-Produktion fürs Königsfrühstück mit 2400 Hälften Vorrang hat. Als Konditor bei dem Mönchengladbacher Chocolatier Heinz-Richard Heinemann ist der König der St.-Sebastianus-Bruderschaft hingegen auf feine Kuchen und kalorienreiche Sahnetorten spezialisiert. "Ich bin ein richtig Süßer", gesteht er im Gespräch mit der Rheinischen Post. Das muss er auch: Denn der gelernte Konditor geht an sechs Tagen in der Woche mit kiloweise süßen Köstlichkeiten um. Selbst die Luft in der Mönchengladbacher Produktionsstätte an der Krefelder Straße schmeckt süß.

Baumkuchen für Japan

Schmitten hat ein Faible für Himbeersahne. Doch die Torte gibt's bei Heinemann nur für rund sechs Wochen im Jahr. Der Grund: "Wir verarbeiten nur regionale Früchte." Der Korschenbroicher ist Spezialist für Baumkuchen. Der reist um die ganze Welt: "Wir haben selbst Anfragen aus Japan", freut sich der 40- Jährige. Er versteht das als Anerkennung und Kompliment für sich und sein Team: "Bei uns ist schließlich alles noch Handarbeit."

Kreativität, Verantwortung und Zuverlässigkeit zeichnen Thomas Schmitten aus. Nicht nur der Umgang mit frischen Lebensmitteln will gelernt sein, auch die Arbeitszeiten sind nicht ohne: Morgens um 5 Uhr — wenn andere noch friedvoll ausschlafen — rührt der begeisterte Konditor schon die ersten Teigmengen in Mega-Behältern zusammen. Größenordnungen, die jeder versierten Hausfrau den Angstschweiß auf die Stirn treiben.

Jahresurlaub fürs Königsspiel

Nach seiner Schicht gestern Mittag verabschiedete sich Schmitten nun zunächst in seinen Jahresurlaub. Jetzt warten andere Aufgaben auf den Sebastianer-König, auf seine Frau Nici (41), seine Minister Michael Onkelbach, Stefan Schlösser und auf die 16 Freunde aus seinem Jubiläumszug "emmer to". Sie alle wollen ab Freitag gemeinsam die Residenz an der Gilleshütte errichten. 40 Helfer — auch aus der Nachbarschaft — werden dann zum Gelingen des Festreigens beitragen.

Thomas Schmitten, vor 19 Jahren schon einmal Junggesellen-König, erfüllt sich mit der erneuten Regentschaft einen Herzenswunsch. Und was den Perfektionisten und engagierten Fußball-Nachwuchs-Trainer dabei am meisten freut: "Meine Frau Nici zieht voll mit — damals wie heute. Anders ist es aber schon", sagt Schmitten. "Heute erlebe ich alles viel bewusster. Den Arbeitsaufwand, aber auch die 60 Repräsentationstermine", die er übers Jahr verteilt wahrnimmt.

Der Sebastianer-König entstammt einer traditionellen Schützenfamilie. Schon sein Vater (dreimal), sein Großvater und sein Ur-Großvater waren Schützenkönige. "Das Königsamt hatte ich schon immer fest im Blick", verrät Thomas Schmitten. Seine Rechnung ging auf, als er sich im vergangenen Oktober beim Vogelschuss in die Bewerberliste einreihte. "Mein Königsamt passt zum Zugjubiläum."

(RP/ape)