Unges Pengste 2019: Korschenbroichs Könige sind gut vorbereitet

Schützenfest in Korschenbroich : Sportliche Herausforderung Unges Pengste

Marschieren, tanzen, immer fit sein – und das fünf Tage lang. Das Korschenbroicher Schützen- und Heimatfest verlangt vor allem den beiden Königen vieles ab. Doch Rainer Hoppen und Michael Baues fühlen sich gut vorbereitet.

Eines hat Michael Baues dem Sebastianer-König Rainer Hoppen derzeit voraus. Da der König der St.-Katharina-Junggesellen-Bruderschaft vier Jahre Tanzschul-Erfahrung vorweisen kann, macht er sich keine so großen Sorgen um den gekonnten Walzerschritt an Unges Pengste. „Ich werde mit meiner Frau wohl noch ein paar individuelle Stunden nehmen“, sagte Hoppen dagegen. Denn das Tanzen gehört für die Könige zu einer von mehreren „Disziplinen“ während des Korschenbroicher Schützen- und Heimatfestes, bei denen sie eine gute Figur abgeben sollten – weswegen Bezirksbundesmeister Horst Thoren Unges Pengste auch „die Olympischen Spiele von Korschenbroich“ nannte.

Marschieren bei drei Paraden, Tanzen auf den Königsbällen, dazu das Heben des einen oder anderen Glases: Unges Pengste ist auch eine sportliche Herausforderung und verlangt Durchhaltevermögen. Immerhin wird in Korschenbroich fünf Tage gefeiert, in diesem Jahr vom 8. bis 12. Juni. Und Olympia passt 2019 ganz besonders gut zum Fest: Denn Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger wird aus Ruhpolding anreisen und Ehrengast am Tisch von Junggesellen-König Baues sein: Wellingers Freundin lebt in Korschenbroich.

Für die Könige kommt derweil noch eine weitere wichtige Disziplin hinzu: eine gute Organisation vor und während der Pfingsttage. „Es vergeht kein Tag mehr, ohne etwas für Unges Pengste zu planen“, sagt Hoppen. Derzeit beschäftige er sich mit dem Residenz-Bau, viele weitere Aufgaben haben er und seine Minister Georg Eick und Christian Weber aufgeteilt. „Ich habe auch viele Tipps von Ex-Königen erhalten und das gesamte Organisa­tionspaket zu Papier gebracht“, sagte Hoppen, der zum traditionellen Frühstück der Könige 800 Gäste im Festzelt erwartet. Bei Baues werden es am Hallensportzentrum auch immerhin etwa 350 sein.

„Es gibt wirklich enorm viele Aufgabenfelder, und trotz guter Organisation wird man immer wieder mal von Kleinigkeiten überrascht. Ich bin froh, dass die Eltern meiner Königin sehr erfahren in Sachen Schützenfest sind und ich zudem unseren Junggesellen-Präsidenten im eigenen Zug habe“, sagte Baues. Doch nicht nur von den Königen wird eine gute Organisation verlangt. Thoren betonte, dass Unges Pengste eine logistische Meisterleistung von 1500 Zugteilnehmern sei. 1000 Schützen werden aufziehen, 350 Musikanten ihnen den Marsch blasen.

Die Korschenbroicher seien schon wieder vom „Pfingstfieber“ befallen, fügte der Bezirksbundesmeister hinzu – jener Mischung aus Vorfreude und dem Wissen um die Verantwortung, an Unges Pengste ein würdiger Gastgeber zu sein. Die gemeinschaftsbildende Kraft des Festes hilft dabei. Und sie sorgt auch dafür, das Traditionen gepflegt und die Lebensleistung der Altvorderen gewürdigt werden. Deswegen wird in diesem Jahr vor allem jenen Schützen gedacht, die 1949 – vier Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – einen Neuanfang wagten, wieder ein Schützenfest organisierten und die erste Festmesse in der neu errichteten Pfarrkirche feierten.

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