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Korschenbroich: TVK muss drastisch sparen

Korschenbroich : TVK muss drastisch sparen

100 000 Euro weniger als bisher kann der TV Korschenbroich für die kommende Saison in der Zweiten Handball-Bundesliga ausgeben. Der Verein musste finanzielle Altlasten abtragen. Die Spieler verzichten auf Geld.

Es war fast ein lapidarer Nebensatz, den Klaus Hintzen auf der Internetseite des TV Korschenbroich verkündete. Doch der hatte es in sich: "Unser Etat musste gegenüber der gerade zu Ende gegangenen Saison um 20 Prozent zurückgefahren werden." Ein Zugeständnis des neuen sportlichen Leiters und Geschäftsführers der TVK Handball GmbH, das Fans in Unruhe versetzte. Denn die Einsparung beläuft sich auf mehr als 100 000 Euro im Jahr. Der Etat in der vergangenen Regionalliga-Saison hatte knappe 500 000 Euro betragen. Ein dicker Batzen Geld, der dem neuen Zweitligisten in der kommenden Zeit weniger zur Verfügung steht. Und das in einer höheren Spielklasse.

"Gewisse Altlasten"

Doch das hat dem Vernehmen nach nur wenig mit der Wirtschaftskrise zu tun. Denn Sponsoren haben nach wie vor Interesse am TV Korschenbroich. Keiner der Geldgeber sprang ab. Einige von ihnen zahlen vertragsgemäß sogar noch mehr als in der vergangenen Spielzeit. Einige Verträge laufen nach der Saison jedoch aus. Daher sei vorsorglich der Etat reduziert worden, sagte Hintzen.

Hintergrund seien vielmehr "gewisse Altlasten", die in der vergangenen Saison bezahlt werden mussten, hieß es aus GmbH-Kreisen. Dabei handelte es sich um Posten, "die gar nicht so klein waren". Nach Informationen der Rheinischen Post war einer der größten Beträge eine Nachforderung der Berufsgenossenschaft, die beglichen wurde. Dieses Geld fehlt nun im Etat, muss aber auch nicht mehr aufgebracht werden.

Hinzu kommt, dass der TVK auf dem Spielermarkt vorsichtig agiert. Mehrere Insolvenzen von Vereinen aus der Ersten und Zweiten Bundesliga während der abgelaufenen Spielzeit sind ein gutes Argument dafür. Daher wurden auch die Personalkosten für die kommende Spielzeit ein wenig gesenkt. "Spieler verzichten auf Geld", sagte Klaus Hintzen gestern auf Nachfrage. "Alle Neuen kommen zu Konditionen, die wir vor einem halben Jahr nicht für möglich gehalten hätten. Und mit den vorhandenen Spielern haben wir zum Teil auch neue Konditionen ausgehandelt." Die Personalkosten sind der mit Abstand größte Posten im Etat. Der letzte Neue soll der österreichische Nationaltorwart Thomas Bauer sein.

Nun muss der TVK mit seinem Zahlenwerk noch die Handball Bundesliga (HBL) überzeugen, um die Lizenz für die Zweite Bundesliga zu erhalten. Am kommenden Montag ist der letzte Termin, an dem der TVK als Aufsteiger seine Lizenzierungs-Unterlagen HBL einreichen muss. "Die Zahlen stehen", sagte Hintzen gestern. "Man muss sich keine Sorgen um den TV Korschenbroich machen."

(RP)