Korschenbroich: Trotz Elternprotest: Kita geht an Diakonie

Korschenbroich: Trotz Elternprotest: Kita geht an Diakonie

Mit Spruchbändern wandten sich Mütter und Väter vergeblich gegen die geplante Übernahme im August 2014.

Mit Spruchbändern und Handzetteln drängten rund 60 Mütter und Väter der Kleinenbroicher Kita Pestalozzistraße am Dienstagabend in den neuen Ratssaal. Ihr Ziel: die Übernahme der städtischen Kindertagesstätte von der Diakonie zu verhindern oder mindestens eine Fristverlängerung zu erzwingen. "Wir müssen bis zum 13. Dezember entscheiden, ob wir unsere Kinder dem neuen Träger anvertrauen wollen, ohne das Konzept und ohne das Personal zu kennen", wandte sich Kerstin Diefenhofen (37) an Politik und Verwaltung. Zudem stellt die Sprecherin der Gruppe "Aktive Eltern" die Kompetenz der Diakonie infrage. "Für uns ist der Träger vertrauensunwürdig."

Die Politik, die sich bereits zum Monatsanfang mit dem Trägerwechsel zum 1. August nächsten Jahres befasste, hatte sich im Familienausschuss fast einvernehmlich zu dem von der Stadt vorgeschlagenen Weg geäußert. An der bisherigen Haltung änderte sich auch im Stadtrat nichts — auch wenn Wolfgang Houben für die Bündnisgrünen eine geheime Abstimmung forderte. Für den Trägerwechsel stimmten — bei 15 Nein- Stimmen — 30 Ratsmitglieder.

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Zuvor hatte sich Bürgermeister Heinz Josef Dick für den neuen Träger ins Zeug gelegt: "Ich kenne das Diakonische Werk nur als einen verlässlichen Träger. Ich habe volles Vertrauen, dass die Diakonie die Kita-Übernahme perfekt abwickeln wird." Der Korschenbroicher Verwaltungschef versuchte nicht nur die verunsicherten Eltern zu beruhigen, Dick hatte auch gute Nachrichten für die städtischen Kita-Mitarbeiter: Der Personalüberleitungsvertrag sieht vor, dass die zehn Beschäftigten — davon sechs unbefristet und vier befristet — frei entscheiden können, bei welchem Träger sie künftig arbeiten möchten.

Bei einem Wechsel wird die Besitzstandswahrung von der Diakonie garantiert. Das heißt, jede einzelne Erzieherin kann den Tarifvertrag frei wählen. Die Kirchenzugehörigkeit spielt keine Rolle. Und was noch am Sitzungstag nachgebessert wurde: Die Erzieherinnen haben für die Zeitspanne von insgesamt fünf Jahren die Möglichkeit, jederzeit wieder zur Stadt zurückzukehren. Auch aus Sicht des Personalrates war alles geklärt: Er hatte noch vor der Sitzung die vertraglichen Details zustimmend zur Kenntnis genommen.

(NGZ)
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