Korschenbroich: Tierärztin mit Spezialgebiet "Koi-Karpfen"

Korschenbroich: Tierärztin mit Spezialgebiet "Koi-Karpfen"

Auch Fische können erkranken und müssen behandelt werden. Anne Christine Schleicher (35) ist Tierärztin. Die Korschenbroicherin hat sich auf die Behandlung von Koi-Karpfen spezialisiert und reist durch Deutschland.

Wenn ein Fisch an Herzproblemen leidet, Parasiten zum Störfaktor werden, sich die Haut der Tiere entzündet oder ein Fisch im Teich die Lust am Schwimmen verliert, ist das ein Fall für die Kleintierärztin Dr. Anne Christine Schleicher (35). Sie kennt sich mit der Behandlung von Fischkrankheiten aus und hat sich in den vergangenen Jahren besonders auf eine Art spezialisiert: auf Koi. Seit Januar 2012 ist die Korschenbroicherin selbstständig und mit ihrer mobilen Praxis bei Fischhaltern eine gefragte Ärztin. Inzwischen ist Anne Christine Schleicher jeden Tag auf Tour und behandelt in NRW und ganz Deutschland Koi sowie andere Fischarten gegen Erkrankungen.

"Vielen Fischhaltern sind ihre Tiere mit den Jahren ans Herz gewachsen. Sie geben ihnen Namen und streicheln sie sogar. Wenn sich ein Fisch merkwürdig verhält oder eine Verletzung aufweist, wenden sich viele Liebhaber und Händler an mich. Auch in Korschenbroich gibt es viele Menschen, die meine Hilfe anfragen", erzählt die 35-Jährige von ihrer Arbeit. Die nimmt viel Zeit in Anspruch — doch sie steht mit großer Leidenschaft dahinter.

Durch Zufall ist Anne Christine Schleicher auf diese spezielle Form der Tiermedizin aufmerksam geworden: "Ich habe eine Saison lang bei einem bekannten Fischtierarzt gearbeitet und habe später für eine Kleintierpraxis Fische therapiert. Dann ging es für mich in die Selbstständigkeit", sagt Schleicher, die in ihrer mobilen Praxis neben Mikroskop, Ultraschall und Röntgengerät auch Medikamente zur Behandlung von Kaltwasserfischen griffbereit hat.

Doch wie funktioniert die Behandlung eines kranken Fisches? "In der Regel werde ich angerufen, wenn Fische nur noch im Wasser stehen, nicht mehr richtig schwimmen oder nichts fressen", sagt Schleicher, die in so einem Fall mindestens drei Fische aus dem Wasser holt und in einem extra Becken betäubt, um mehrere Haut- und Kiemenabstriche zu nehmen. "Die schaue ich mir unterm Mikroskop genau an. Oft werden dann ein- oder auch mehrzellige Parasiten sichtbar", erklärt die Kleintierärztin, die die Erkrankung häufig auf verunreinigtes Wasser zurückführt. Viele Behandlungsschritte ähnelten der Kleintiermedizin: "Der Fisch bekommt schließlich Medikamente zugeführt oder muss über das Wasser behandelt werden." Behandlungen wie diese zählten zu den einfacheren in ihrem Berufsalltag: "Hin und wieder ergeben sich aber auch wesentlich schwerwiegendere Diagnosen", weiß Anne Christine Schleicher.

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Ein Beispiel: Weibliche Koi können an einem Eierstocktumor erkranken. Dann kann sich das Gewebe durch den Druck des Tumors entzünden. "Einen solchen Tumor kann ich wie in der Humanmedizin auch mit einem Ultraschall diagnostizieren. Anschließend kann operiert werden", beschreibt die Fachfrau ihre Vorgehensweise, die in solchen Fällen oft mit anderen Fisch-Kennern aus Deutschland oder Holland tätig wird. "Der Tumor wird dann rauspräpariert, die Haut zugenäht. Der Fisch muss danach in einem gesonderten Becken langsam genesen und sich vom Stress erholen", erklärt Schleicher weiter.

Vielen Liebhabern und Züchtern sind solche OPs, die sowohl aufwendig als auch teuer sind, sehr wichtig, weil insbesondere ein Koi — je nach Abstammung — bis zu 40 Jahre alt werden kann und je nach Größe und Muster häufig sehr wertvoll ist.

Keine Behandlung ist wie die andere, ihr Beruf ist sehr abwechslungsreich. "Mir macht es große Freude, den Tieren und auch ihren Besitzern mit meiner Arbeit zu helfen", sagt die Tierärztin mit dem Händchen für Fische.

(RP)