Thema der Herzwoche in Korschenbroich: Herzflimmern

Vortrag in Korschenbroich: Herzstiftung informiert im Rathaus

Ein Leben lang leistet das Herz Erstaunliches. Doch was ist, wenn der Muskel aus dem Takt gerät, stolpert oder rast? Vorhofflimmern ist mit 1,8 Millionen Betroffenen eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen und eine ernstzunehmende Erkrankung.

„Herz außer Takt“ sind die Herzwochen der Deutschen Herzstiftung überschrieben, die auf der Tour durch sechs Orte im Rhein-Kreis Neuss auch im Rathaus über Vorhofflimmern und Gerinnungshemmung informierte. Dort begrüßte Schirmherr Marc Venten den medizinischen Leiter Professor Michael Haude, Chefarzt an den Städtischen Kliniken Neuss-Lukaskrankenhaus, und sein Referententeam.

Haude betonte mit dem Wortlaut des früheren Stiftungslogos: „Habe immer ein Auge auf dein Herz“. Dr. Gregor Nothofer thematisierte Ursachen, Symptome und Diagnostik zum Vorhofflimmern.  Als Ursachen nannte er Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen, Diabetes und erbliche Vorbelastung. Das Krankheitsrisiko steige mit dem Alter. „30 Prozent der Patienten merken nichts“, betonte der Arzt, der die Symptome Atemnot, Abgeschlagenheit, Schwindel, Beklemmung und Angst beschrieb. Dr. Frank Bernhöft von der kardiologischen Gemeinschaftspraxis Neuss referierte über Therapien und Verhaltensempfehlungen für ein Leben mit Vorhofflimmern. Er empfahl: Nicht rauchen, bei Bedarf Gewichtsreduktion, reduzierter Alkoholkonsum, gesunde Ernährung und körperliche Aktivität. Geeignet seien Gehen, Radeln, Tanzen und ein Entspannungstraining, wie Yoga. Wichtig seien regelmäßige Medikamenteneinnahme und Kontrolle durch den Arzt. Dr. Dennis Rottländer, Oberarzt am Lukaskrankenhaus, informierte über die Ablation als Therapieoption. Bei einer Katheterverödung wird eine Narbe erzeugt, die Störimpulse nicht weiterleitet. Die Erfolgsrate sei sehr hoch und der beste Zeitpunkt ziemlich am Anfang einer Erkrankung. Nach der Fragerunde fasste Moderator Dr. Andreas Kremer zusammen: Behandlungsformen müssen sehr individuell abgestimmt werden.

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