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Thalia-Theater Korschenbroich präsentiert neues Stück "Blütenträume"

Thalia-Theater Korschenbroich : Flirten will gelernt sein

Ein VHS-Kursus für die Generation 50 plus ist die Grundlage des neuen Stückes „Blütenträume“ im Thalia-Theater.

Aus dem VHS-Flirtkursus nathlos in die Senioren-WG? Hätte so schön sein können, aber wie sagt Seminarleiter Jan am Ende des Kurses frustriert: „Da hat man einen Plan und dann funktioniert er nicht.“

Von geplatzten Lebensplänen, von großen und kleinen Träumen, Möglichkeiten und Unmöglichkeiten erzählt das Stück „Blütenträume“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Am Freitagabend führte das Thalia-Theater Korschenbroich unter der Regie von Axel Loobes das Theaterstück im Sandbauernhof Liedberg auf. Nach der gelungenen Premiere waren die Schauspieler erleichtert und begeistert.

Alles beginnt in einem nüchternen Raum der Volkshochschule. Hier wird der Flirtkurs für die „50 plus“-Menschen angeboten. Zögerlich und erwartungsvoll betreten sie den Seminarraum: die Witwe und mütterliche Großmutter Gila (Claudia Prinzen), der resolute Bildungsbürger und vormaliger Schuldirektor Friedrich, nebenbei „Rotarier und in der Mörike-Gesellschaft“ (Berno Schmitz-Kamper), Julia (Brigitte Paulußen), erst 43, aber im Flirtkursus 40plus war kein Platz mehr frei und vielleicht kann man ja von der Lebenserfahrung der Älteren profitieren. Sie ist beruflich erfolgreich, privat „ratlos und einsam“. Heinz (Holger Kahl), ist der Handwerkertyp, war mal Autolackierer und will einfach eine Frau finden, die zu ihm passt. Britta (Sabine Loobes) gibt sich arrogant distanziert. Die Bibliothekarin versteckt sich gerne hinter ihrem Buch. Frieda (Ursula Kamper), war 40 Jahre lang mit der Liebe ihres Lebens verheiratet, die dann an Alzheimer erkrankte. Und dann kommt noch Ulf (Ralf Pint), der viele gescheiterte Lebensentwürfe hinter sich hat.

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Diese bunt gemischte Truppe soll der junge Jan (Dennis Lange) in Sachen Flirten und Partnersuche schulen. Schnell stellt sich heraus, dass sein angelesenes Konzept an der Realität der lebendigen und lebenserfahrenen Kursteilnehmer scheitern muss. Jan merkt nicht mal, wenn es tatsächlich einmal zwischen zwei Kursteilnehmern funkt. Das Ganze eskaliert schnell, mündet in eine Schlägerei und der Kurs ist beendet. Privat geht es weiter, tatsächlich kommt der Gedanke einer Wohngemeinschaft auf. Doch auch dieser kurze, weinselige Traum platzt. Am Ende sieht es nach einer Paarbildung aus zwischen Gila und Heinz, Friedrich und Britta sowie Frieda und Ulf – aber was ist schon sicher im Leben.

Angelika Kehnen-Kollmann dient in der Rolle als Hausmeisterin der VHS als Gegenpol zu den Partnersuchenden: sie ist schwerst aufgetakelt und flirtet ohne Probleme mit jedem.

Ein tolles Bühnenbild hat Karin Schenkat ausgedacht, das sich von der Nüchternheit der VHS mit leichter Hand in die private Gemütlichkeit einer Wohnung verwandelt.

Die „Blütenträume“ streifen in etwa zweieinhalb Stunden eine Menge Themen: Liebe, Enttäuschung, Tod, Krankheit, Sexualität, Einsamkeit. Dem Ensemble gelingt der schwierige Spagat zwischen Tiefgang und Spaß aufs Beste. Respekt!

Die „Blütenträume“ können am Samstag, 20.Oktober, um 20 Uhr und Sonntag, 21.Oktober, um 18 Uhr im Sandbauernhof Liedberg mitgeträumt werden. Karten gibt es in der Buchhandlung Barbers in Korschenbroich.