1. NRW
  2. Städte
  3. Korschenbroich

Korschenbroich: Stöbern auf dem Weihnachtsmarkt am Hoeren-Hof

Korschenbroich : Stöbern auf dem Weihnachtsmarkt am Hoeren-Hof

Ingrid Priebe aus Mönchengladbach hatte den Tipp von einer Kollegin bekommen und war sehr angetan vom Wintermarkt auf dem Hoerenhof: "Ich finde es urgemütllich hier." Das war sicher keine Einzelmeinung. Der idyllische Vierkanthof, der aufgrund der vielen alten Utensilien so wirkt, als würde er noch für seinen ursprünglichen Zweck genutzt, hat jede Menge Charme. Wo sonst könnten Krippen stilechter angeboten werden als in einem alten Stall? Hermann-Josef Siegers aus Raderbroich hatte beim Bau seiner Krippen keinen Aufwand gescheut: Der 70-Jährige hatte die Dächer mit kleinen Schiefer-Schindeln gedeckt.

Ehefrau Erna (62) hatte weihnachtliche Gestecke im Angebot. Sonja Kreutzer (39), ebenfalls aus Raderbroich, zeigte kleine Kunstwerke, die sie aus Holz gearbeitet hat, das aus dem Raderbroicher Wald stammt. Das kantige Objekt aus Nussbaum beispielsweise kann auch als Fußbänkchen genutzt werden. Ursula Broich-Brüster (43) aus Kaarst bot im alten Vierkanthof Schmuck, den sie mit sehr viel Liebe selbst entworfen hat.

Ihr besonderes Angebot: "Ich peppe auch Perlenketten auf, die meine Kundinnen geerbt haben." Hauptsache bunt, lautet das Motto von Heike Fragen aus Korschenbroich - die 47-Jährige setzt mit ihren Handarbeiten wie Pudelmützen, Smartphone-Taschen oder Kinderlätzchen einen Kontrapunkt zur grauen Jahreszeit. Adalbert Dittrich aus dem Sauerland (55) und Rita Niesen (51) arbeiten Hand in Hand: Er hat den Vogel "Hugo" erfunden, einen schrägen, aber lustigen Gesellen, der unter anderem auf Weihnachtskarten auftaucht.

Zu Rita"s Welt gehören "Lotti, die Lichtgestalt" und Ernie, der jetzt zum ersten Mal im Weihnachtskostüm zu sehen war. "Diese Kunstfiguren sollen zum Nachdenken über sich selbst anregen", sagt Rita Niesen, die sonst als Bankkauffrau arbeitet. Peter Hoeren hatte alle Hände voll zu tun: Grünkohl mit Mettwurst verkaufte sich gut, das Blech mit Streuselkuchen ging ebenfalls schnell weg, ein Feuer, das in einem Eisentrog gemütlich prasselte, sorgte dafür, dass unter freiem Himmel gegessen werden konnte.

(RP)