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Korschenbroich: Stadtrat ernennt Petra Köhnen zur Seniorenbeauftragten

Korschenbroich : Stadtrat ernennt Petra Köhnen zur Seniorenbeauftragten

Seit gestern hat Korschenbroich eine Seniorenbeauftragte. Der Stadtrat bestellte die Verwaltungsmitarbeiterin Petra Köhnen, bei einer Gegenstimme. Damit ist sie Ansprechpartnerin für rund 8700 Bürger über 60 Jahren, und die Tendenz ist steigend.

Bereits 2006 war knapp ein Viertel der Korschenbroicher Bevölkerung mindestens 60 Jahre alt. Im Dezember 2010 war es etwas mehr als ein Viertel. 2015 seien es laut einer Prognose schon 31,2 Prozent, sagt Petra Köhnen, stellvertretende Leiterin des Personal-, Sozial- und Standesamtes. Die Zahl der Geburten gehe voraussichtlich zurück. Die Stadt muss auf den demografischen Wandel reagieren, und da kommt die Seniorenbeauftragte ins Spiel. Die 51-Jährige ist nun Ansprechpartnerin für jeden Bürger, der sich zu der Gruppe der Senioren zählt oder den Ruhestand vor Augen hat. "Ich bin die zentrale Anlaufstelle", sagt sie.

Wer zum Beispiel Fragen zum betreuten Wohnen oder zu den Leistungen der Pflegekasse hat, kann sich an die Neersbroicherin wenden. Sie vermittelt Rentnern, die im Ruhestand aktiv sein wollen, Kontakte und sammelt Ideen dazu, wie sich die Situation für Senioren in der Stadt verbessern ließe. "Es wird jetzt schon einiges für Senioren getan. Das sollte aber noch verstärkt werden", findet Petra Köhnen. Es existierten zum Beispiel bereits Arbeitskreise, die sich mit dem demografischen Wandel befassten — einer davon schlug vor, einen Seniorenbeauftragten zu bestimmen. Aktiv seien auch der Verein Sport Ältere Generation und die fünf ZWAR-Gruppen für Bürger "Zwischen Arbeit und Ruhestand". Petra Köhnen hilft dabei, diese Gruppen aufzubauen. In Zusammenarbeit mit der ZWAR-Zentralstelle Dortmund erarbeitete sie 2006 ein Seniorenkonzept für Korschenbroich. "Daraus ergab sich auch unsere Ehrenamtsbörse", sagt sie: Ehrenamtler bieten ihre Dienste an, Organisatoren suchen Freiwillige — und Petra Köhnen vermittelt zwischen beiden Seiten.

Zwei Jahre lang betreut die Verwaltungsmitarbeiterin die ZWAR-Gruppen, "bevor ich sie in die Selbstständigkeit entlasse". Drei der fünf Gruppen sind eigenständig, deshalb habe sie jetzt genug Zeit für die Arbeit als Seniorenbeauftragte, sagt sie. Die übrigen beiden Gruppen begleitet sie noch ein Jahr lang. Wenn sie die Mitglieder trifft, wird ihr immer wieder deutlich: "Die Leute sind heute im Alter viel aktiver, sie wollen länger selbstständig sein, das Leben genießen, reisen, lernen und in den eigenen vier Wänden wohnen."

Es sei wichtig, alternative Wohnformen für die Senioren zu entwickeln, sagt Petra Köhnen. "Viele leben allein in Eigentumshäusern und wollen dort nicht weg." Wohngemeinschaften, etwa mit Studenten oder anderen Senioren, könnten Alternativen sein.

(naf)