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Korschenbroich: Stadt sucht wieder neue Auszubildende

Korschenbroich : Stadt sucht wieder neue Auszubildende

Ein Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellter, einer zum Inspektoranwärter, einer zum Bauzeichner und einer für Kaufleute im Büromanagement - hierauf können sich junge Menschen für das Jahr 2015 bei der Stadt Korschenbroich bewerben. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt noch auf die Ausschreibung von Azubi-Stellen verzichtet.

Das Thema Ausbildungsplätze wurde in der vergangenen Sitzung des Hauptausschusses näher erläutert und diskutiert. So gibt die Stadt für die Stellen des Verwaltungsfachangestellten und des Inspektoranwärters in der Verwaltung nach Abschluss der Ausbildung Mitte 2018 unter Vorbehalt eine Übernahmegarantie ab. Bis dahin scheiden einige Angestellte altersbedingt aus dem Verwaltungsdienst aus, so dass nicht nur dem derzeitigen Ausbildungspersonal - zwei Inspektoranwärter, drei Verwaltungsfachangestellte und eine Bürokauffrau - eine Weiterbeschäftigung bei der Stadt in Aussicht gestellt wird.

Foto: dpa-tmn

Die beiden Azubis zum Bauzeichner und im Büromanagement werden bei den städtischen Abwasserbetrieben dagegen über Bedarf ausgebildet. Obwohl dort keine freien Kapazitäten zu erkennen seien, wolle man damit zur Entlastung des Ausbildungsmarkts beitragen, heißt es. Dies wollte die Fraktion der Aktive im Hauptausschuss nicht mittragen. Eine dreijährige Berufsausbildung kostet die Stadt zwischen 48 000 und 60 000 Euro. Dies sei mit Blick auf einen ausgeglichenen Haushalt nicht finanzierbar, erklärte Hanns-Lothar Endell. Wolfgang Houben (Grüne) konterte darauf: "Die Politik kann nicht über Industrie, Handel und Gewerbe meckern, wenn sie nicht ausbilden, wenn wir es dann selbst nicht tun". Zudem, so Marc Venten (CDU), bestünde vor allem für die beiden neuen Auszubildenden bei den Abwasserbetrieben die Chance, auch auf dem freien Markt anschließend eine Anstellung zu finden.

Eine Einschätzung, die auch Stadtkämmerer Bernd Dieter Schultze teilt. Sofern es die eigenen Kapazitäten und finanziellen Rahmenbedingungen zulassen, wolle man ausbilden, sagte Schultze gestern auf Anfrage. Bei Berufen, die auch in der freien Wirtschaft gefragt sind, auch über den Bedarf. Die Zahl der neuen Stellen variiere pro Jahr zwischen null und vier. "Es kann sein, dass wir 2016 keine neuen Lehrstellen ausschreiben", sagte Schultze.

In zwei getrennten Abstimmungen beschloss der Hauptausschuss schließlich mehrheitlich die vier neuen Ausbildungsplätze für 2015. Sie werden öffentlich ausgeschrieben, Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. So steht es in der zweiten Fortschreibung des Frauenförderplans der Stadt, ebenso wie das Bestreben, bei den jeweiligen Ausbildungsberufen den Anteil der Frauen auf 50 Prozent zu erhöhen. Dieses Ziel ist zurzeit mehr als erfüllt: Lediglich die Lehre des Kanalbauers bei den Abwasserbetrieben absolviert ein junger Mann, ansonsten sind es insgesamt sieben Frauen in den vier auch jetzt wieder gesuchten Ausbildungsberufen.

(NGZ)