1. NRW
  2. Städte
  3. Korschenbroich

Korschenbroich: Stadt spart Strom und Geld

Korschenbroich : Stadt spart Strom und Geld

Gut 600 000 Euro in ein Blockheizkraftwerk und neue Pumpentechnik investiert zu haben, scheint sich für Korschenbroich zu lohnen. Dank des Strom- und Wärmelieferanten spart die Stadt etwa 80 000 Euro im Jahr.

Es sieht unscheinbarer aus, als sein Name vermuten lässt — aber dafür stellt das Blockheizkraftwerk im Keller des Gymnasiums auch finanziell keine großen Ansprüche. Im Gegenteil: Die Anfang des Jahres installierte Gasturbine erzeugt an der Don-Bosco-Straße so viel Strom und Wärme, dass die Stadt jüngsten Berechnungen zufolge etwa 80 000 Euro pro Jahr sparen kann.

"Für den Kämmerer war das eine effektive Investition", findet Walter Hintzen, Energiespar-Fachmann der Stadtverwaltung. Investition, weil Korschenbroich erst einmal etwas mehr als 600 000 Euro ausgeben musste, um sich das Kraftwerk und modernere Pumpentechnik zu beschaffen. Das Geld stammte aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung.

Das Kraftwerk besteht im Kern aus einer gasgetriebenen Turbine, die Strom und quasi als Nebenprodukt Wärme erzeugt. Dieses Nebenprodukt verpufft nicht ungenutzt, sondern wird aus dem Keller des Gymnasiums ins benachbarte Hallenbad geschleust und dort zum Heizen genutzt.

Die Gasturbine läuft mit rund 60 000 Umdrehungen pro Minute und funktioniert ähnlich einer Turbine im Flugzeug. Die Wärme wird in einen Kessel mit Wasser umgeleitet und von dort als Warmwasser ins Hallenbad und ins Gymnasium gepumpt.

Rund 60 Grad heiß ist das Wasser, wenn es den Kessel verlässt, mit etwa 30 Grad läuft es wieder zurück in den Heizkreislauf. Da ein solches Kraftwerk sich erst dann rechnet, wenn die Wärme kontinuierlich genutzt werden kann, ist das Bad ein idealer Abnehmer. Denn dort wird nicht nur im Winter geheizt.

Den Gasverbrauch im Hallenbad hat die Stadt so zwischen Januar und Ende September 2011 im Hallenbad um 75 000 Kubikmeter reduziert. Das hat Hintzen jetzt in einer Zwischenbilanz ausgerechnet. Eine ähnliche Menge Gas brauchte sie zwar für den Betrieb des Kraftwerkes. Aber da dieses den Strom mehr als doppelt so effizient herstellt wie ein konventionelles Großkraftwerk, bedeutete das für die Stadt alleine im Hallenbad eine Ersparnis von gut 60 000 Euro im Jahr.

Da aber auch das Gymnasium und die Andreas-Schule den Strom abnehmen, spart die Stadt auch dort. Unterm Strich, so Hintzen, sind es dann fast 80 000 Euro im Jahr. Würde heißen: In etwas mehr als sieben Jahren könnten die Investitionskosten wieder reingeholt sein. Danach geht's richtig mit dem Sparen los.

(RP)