Korschenbroich: Stadt musste weniger für Asylbewerber ausgeben

Korschenbroich : Stadt musste weniger für Asylbewerber ausgeben

Trotz der Unruhen in Nordafrika und in der arabischen Welt hat Korschenbroich bislang keine Asylbewerber aus diesen Regionen zugewiesen bekommen. Derzeit sind in drei städtischen Übergangswohnheimen sowie in den beiden Obdachlosenunterkünften insgesamt 104 Personen untergebracht.

Dazu gehören auch einige im Behörden-Deutsch "Alt-Asylbewerber" genannte Menschen, die bereits einmal in den 90-er Jahren in der Stadt gelebt haben, aber dann in ihre Heimatländer Serbien und Mazedonien abgeschoben wurden.

Weil inzwischen die Einreisebestimmungen für Bürger aus Mazedonien, Serbien und Montenegro gelockert wurden, so die Stadt, konnten diese Personen Ende vergangenen Jahres erneut nach Deutschland einreisen und erneut um Asyl nachsuchen. Das taten acht Menschen — und brachten weitere Familienmitglieder mit.

Unterm Strich hat die Stadt im vorigen Jahr jedoch gut 175 000 Euro weniger für Asylsuchende ausgegeben als noch 2009. Die geringeren Aufwendungen sind weniger auf die Zahl der zu betreuenden Menschen zurückzuführen. Im Jahresschnitt kümmerte sich die Stadt voriges Jahr um 58 Menschen — und damit sogar um vier mehr als im Jahresmittel 2009.

Dass die Kosten für die Stadt sanken, liegt vor allem daran, dass sie weniger für die medizinische Versorgung der Asylsuchenden ausgeben musste. Gehört ein Bewerber zu den Leistungsempfängern, für die keine Krankenkassenbeiträge gezahlt werden, muss Korschenbroich die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzen bezahlen. Das kostete 2009 in einem Fall alleine 147 5000 Euro: Der Betroffene war schwer herzkrank.

Im Vergleich zu den 90-er Jahren ist die Zahl der zu betreuenden Asylbewerber jedoch erheblich gesunken. Als auf dem Balkan der Krieg tobte, gab Korschenbroich rund 600 Asylsuchenden Unterkunft und Brot, in Spitzenzeiten waren diese in 16 Unterkünften untergebracht. Während der vergangenen Jahre hat die Stadt die Zahl der Unterkünfte kontinuierlich abgebaut und Wohncontainer abgerissen. Solange keine neue Flüchtlingswelle Deutschland erreicht, hält die Stadt ihren Bestand an Wohnungen für ausreichend.

(RP)
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