Stadt Korschenbroich will die Insekten schützen

Veranstaltung der Union in Korschenbroich-Glehn : Stadt will die Insekten schützen

„Insektenschutz – jede(r) Einwohner/in ist gefragt“, lautete das Thema einer Informationsveranstaltung in der Gaststätte Trauscheit. Eingeladen hatte der CDU-Ortsverband Glehn, Referent war Theo Verjans, der bei der Stadt Korschenbroich unter anderem für Naturschutz zuständig ist.

Die rund 20 Besucher gaben zum Teil mit Nachdruck zu verstehen, dass noch mehr gegen den Klimawandel unternommen werden müsse.

Theo Verjans erinnerte daran, dass der Erdüberlastungstag in diesem Jahr der 29. Juli war. An diesem Tag waren die natürlichen Ressourcen eines Jahres verbraucht. 1970 war er am 29. Dezember gewesen – die Natur wird immer stärker belastet. Verjans zählte auf, was Insekten in ihrem Bestand gefährdet, nannte unter anderem den Landschaftsverbrauch, die Zerschneidung der Landschaft, Vernichtung von Hecken, den Einsatz von Pestiziden, Ausbau von Fließgewässern und die intensive Unterhaltung von Grünflächen und Gärten. Verjans warb für naturnahe Garten- und Vorgartengestaltung, den Verzicht auf Unkrautvernichtungsmittel.

Die Stadt unternehme bereits einiges, um Insekten einen Lebensraum zu bieten: So werde Totholz nicht mehr beiseite geschafft, Obstwiesen seien angelegt worden. Allerdings würden nicht alle Maßnahmen von Bürgern begrüßt. Ein Beispiel: Die Blühwiese vor dem neuen Friedhof in Glehn wurde abgemäht, nachdem sich zahlreiche Bürger über das Erscheinungsbild beschwert hatten – was Insekten gefällt, ist für Menschen nicht immer eine Augenweide.  Verjans kündigte an, dass künftig kleine Hinweisschilder erklären sollen, warum zum Beispiel das Totholz nicht entfernt wird.

CDU-Ortsverbandsvorsitzende Ellen Wappenschmidt-Krommus moderierte die anschließende Diskussion, in der es nicht nur um Insekten ging. So wurde beklagt, dass gefällte Bäume nicht durch Neupflanzungen ersetzt würden. Auf Kritik war die Anregung des Referenten gestoßen, wieder verstärkt Komposthaufen anzulegen: Da war von einer massiven Rattenplage im Heiligenviertel die Rede. Verjans mahnte, dort keine Essensreste zu entsorgen. Lob für Theo Verjans gab es von Alt-Bürgermeister Heinz Josef Dick: „Theo Verjans achtet seit Jahren darauf, dass insektenfreundliche Anpflanzungen erfolgen.“ Bezüglich der Bäume, die nach Aussage einiger Bürger nicht nachgepflanzt würden, empfahl Dick einen Bürgerantrag.

Er regte an zu beantragen, alle Grünflächen unter die Lupe zu nehmen mit dem Ziel, insektenfreundliche Anpflanzungen vorzunehmen. „Wie sieht sich die Stadt aufgestellt in Sachen Umweltschutz?“, wollte ein Besucher wissen. Alt-Bürgermeister Dick  machte deutlich, dass Korschenbroich in Sachen Umweltschutz keine Anfängerin sei: „Die Windkrafträder und die privaten Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet können den Strombedarf aller Privathaushalte im Stadtgebiet decken.“

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