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Korschenbroich: Stadt gräbt Herrenshoff das Wasser ab

Korschenbroich : Stadt gräbt Herrenshoff das Wasser ab

Für die Baggerschaufel wars ein Klacks, für die Stadt Korschenbroich ist es ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen feuchte Keller in Herrenshoff: Gestern Mittag wurde an der Gilleshütte der erste Aushub für eine Wanne gemacht, die bei starken Regenfällen bis zu 20 000 Kubikmeter Hochwasser aus der Niers fassen kann.

Durch die künstliche, von einem kniehohen Wall umgebene Fluss-aue soll ab Herbst der Neersbroicher Graben umgeleitet werden und in die Niers fließen. Von Gilleshütte Richtung Norden an Herrenshoff vorbei fällt der Graben dann trocken. Der erwünschte Effekt: Die 400 000 Kubikmeter Wasser, die bislang pro Jahr auf diesem Abschnitt aus dem Graben ins Erdreich versickerten, können dann nicht mehr zu hohen Grundwasserpegeln in Herrenshoff beitragen.

Die Spitzen kappen

"Diese Maßnahme wird natürlich nicht dazu führen, dass es keine starken Niederschläge mehr gibt. Aber sie dient dazu Grundwasserspitzen zu kappen", meint Hans Jürgen Petrauschke. Der Kreisdirektor sah gestern zu, wie Korschenbroichs Bürgermeister Heinz Josef Dick mit sichtlichem Vergnügen höchstselbst den Bagger bediente und den ersten Schaufelstich erledigte. Maßnahmen im Kampf gegen Grundwasser sind aber nicht nur populär, sie kosten auch etwas. Etwa 640 000 Euro in diesem Fall, und der Kreis Neuss bezahlt davon die Hälfte.

Kurzschluss bei Gilleshütte

Der "Kurzschluss" vom Neersbroicher Graben zur Niers in Höhe Gilleshütte wurde gewählt, weil die Bewohner von Neersbroich auf das schmale Gewässer nicht verzichten wollten. Herrenshoff dagegen kann den Zufluss nicht gebrauchen. Mithin ward quasi in der Mitte des Graben-Verlaufs eine Umleitung gefunden, die beide zufrieden stellen soll. Die künstliche, als Hochwasserauffangfläche gedachte Aue hat sowohl am Zulauf aus der Niers als auch am Zugang des Neersbroicher Grabens Schieber, die das Fließgeschehen regulieren können. So kann beispielsweise verhindert werden, dass aus der Niers hereinströmendes Hochwasser in den Neersbroicher Graben schwappt und diesen überflutet.

(RP)