Korschenbroich: Stadt bürgt für den Bürgerbus

Korschenbroich : Stadt bürgt für den Bürgerbus

Der "Bürgerbus" für Korschenbroich hat eine wichtige Schwelle überfahren: Die Stadt gibt eine Bürgschaft von 50 000 Euro für das Projekt. Das haben die Verkehrspolitiker beschlossen. Nun muss noch Geld vom Land kommen.

Den erträumten Achtsitzer können Willi Schellen und Hubert Tokloth zwar noch nicht vorweisen. Aber die beiden führenden Köpfe des Projekts Bürgerbus haben Korschenbroichs Politikern einen wichtigen Beschluss entlockt: Nachdem das Duo im Bauausschuss das gemeinsame Bus-Vorhaben der Bürgerstiftung und des Vereins "Sport Ältere Generation" präsentiert hatte, empfahl dieser der Stadtverwaltung, über eine Laufzeit von zehn Jahren eine Bürgschaft in Höhe von 5000 Euro pro Jahr zu übernehmen. Diese Garantie ist nötig, damit das Projekt gegenüber dem Land und den nötigen Partner-Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs als finanziell abgesichert gelten kann. Die Summe solle nicht genutzt werden, um ein unrentables Projekt zu stemmen, hatte Schellen versichert.

Der Verein, der das Korschenbroicher Projekt tragen will, reiht sich unter mehr als 80 Initiativen ein, die in Nordrhein-Westfalen bereits einen solchen kleinen, von Bürgern organisierten Busdienst betreiben. In ländlichen Gegenden sollen die Busse mit ehrenamtlichen Chauffeuren am Steuer für eine bessere Anbindung kleinerer Orte ans Netz des öffentlichen Verkehrs sorgen. In Korschenbroich denkt der Verein an eine südliche und an eine nördliche Route durchs Stadtgebiet und an einen Tarif zwischen 1,20 und 1,30 Euro pro Fahrt.

Die nötigen Busfahrer für den Liniendienst haben sich schon gemeldet. Doch einen Kleinbus für acht Fahrgäste hat der Verein noch nicht. "Roh kostet so ein Modell etwa 30 000 Euro", sagt Schellen, "nach einem Umbau je nach Ausstattung bis zu 65 000 Euro." Vom Land Nordrhein-Westfalen seien Zuschüsse in Höhe von etwa 30 000 Euro für den Bus zu erwarten. Außerdem ist nach Angaben der Stadtverwaltung ein Organisationskosten-Zuschuss von 5000 Euro möglich. Weitere Einnahmen erhofft sich der Verein aus dem Ticketverkauf und aus Werbung. Etwa 500 Euro jährlich, so Schellen, seien voraussichtlich auf Werbeflächen an den Seiten des Busses zu erzielen. Nach ein bis zwei Jahren werde der Bus kostendeckend rollen, hofft er.

Den Fahrplan für den Bürgerbus kann der Verein selbst austüfteln. Er teilt auch die Fahrer ein und kümmert sich darum, dass der Bus schön sauber ist. Verantwortlich für Sicherheit, Versicherung, Schulung der Fahrer und die Aufsicht über den Fahrbetrieb ist ein ÖPNV-Unternehmen. Die Korschenbroicher haben dafür die Mönchengladbacher NVV AG im Visier.

(RP)
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