Korschenbroich: Stadt bezahlt die Reparatur für Fußfall

Korschenbroich: Stadt bezahlt die Reparatur für Fußfall

Das Denkmal in Liedberg kann für etwa 6000 Euro wieder aufgebaut werden. Die Verwaltung und der Heimatverein überlegen zudem, wie der Fußfall besser gegen Unfälle mit großen Fahrzeugen gesichert werden kann.

Auf diese Serie hätte Ralf Frommen gut verzichten können. Über Jahrzehnte sei der Fußfall an der Ecke An der Tränke/Dahlacker nie ernsthaft beschädigt worden, sagt der Geschäftsführer des Heimatvereins Liedberg. Doch seit 2013 prallten im Zwei-Jahres-Rhythmus Fahrzeuge gegen das Denkmal aus dem 18. Jahrhundert. Im vergangenen Herbst traf es den Fußfall besonders schlimm, er fiel um und zerbrach, nachdem ein Lkw gegen ihn gefahren war. "Wir haben den Täter nicht ermitteln können", sagt Frommen, der ansonsten aber mittlerweile erfreuliche Nachrichten erhalten hat: Zum einen kann der Fußfall repariert und wieder aufgebaut werden. Und zum anderen übernimmt die Stadt die Kosten von etwa 6000 Euro.

"Die Verwaltung hat zwischenzeitlich von Fachbetrieben Angebote für eine fachgerechte Reparatur eingeholt. Nach der Prüfung der Angebote wird die Reparatur von der Stadt in Auftrag gegeben", heißt es von vonseiten der Stadtverwaltung. Für den Heimatverein, der für die Reparatur der vorangegangenen Beschädigungen insgesamt etwa 10.000 Euro bezahlt hat, ist die Unterstützung durch die Stadt eine große Hilfe.

"Das sind für uns zusätzliche Kosten, durch die wir genötigt sind, andere Projekte zurückzustellen", sagt Frommen. So will der Heimatverein an allen sieben Fußfällen und weiteren Denkmälern in Liedberg regelmäßig Inspektionen vornehmen lassen, um sich durch Pflegemaßnahmen und die frühzeitige Erkennung von eventuellen Schäden teurere Reparaturmaßnahmen in Zukunft zu ersparen. Hilfe erhalten sie dabei von Steinmetz Thilo Kremers. Bei ihm ist der kaputte Fußfall derzeit auch gelagert.

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Für Kremers ist das Denkmal kein unbekanntes, er reparierte bereits dessen Schäden in den vergangenen Jahren. "Den Fußfall wieder herzurichten, wird eine sehr kleinteilige Arbeit sein. Durch den Sturz sind viele Ecken abgebrochen, manche Teile müssen ausgetauscht werden, zudem müssen alte Verankerungen und Befestigungen raus und neue eingesetzt werden", sagt Kremers. Wann das Denkmal wieder an seinem ursprünglichen Standort aufgebaut werden kann, steht noch nicht fest - zumal dabei auch das Wetter eine große Rolle spielt. "Bislang war das nicht möglich, da wir für den Aufbau auch in der Nacht wieder fünf Grad plus benötigen. Die Ausbesserungen werden mit viel Mörtel erledigt und dürfen keinen Frost abbekommen", sagt Kremers.

Unabhängig vom genauen Datum des Wiederaufbaus beschäftigen sich Verwaltung und Heimatverein aber auch schon mit der Frage, wie der Fußfall in Zukunft besser vor Unfällen gesichert werden könnte. Denn drei Vorfälle innerhalb von vier Jahren genügen allen Beteiligten. "Wir haben den Fußfall ja zuletzt schon einmal ein Stück zurückversetzt. Nun sind wir mit dem Eigentümer des Grundstücks, auf dem das Denkmal steht, im Gespräch, bei der Umgestaltung noch einen Meter von der Straße wegrücken zu können", sagt Frommen, der sich zudem ein paar mit einer Kette verbundene Poller vorstellen kann. Somit gäbe es für Fahrzeuge einen Widerstand, bevor es zu einem Zusammenstoß mit dem Fußfall kommt. Frommen hofft, dass die Maßnahmen dazu führen, dass das Denkmal zukünftig wieder so sicher steht wie vor der unheilvollen Serie der vergangenen Jahre.

(togr)
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