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Korschenbroich: Stadt baut für 3,7 Millionen

Korschenbroich : Stadt baut für 3,7 Millionen

Die stadteigenen Betriebe sollen für 3,7 Millionen Euro ein neues Haus am Püllenweg erhalten, damit am jetzigen Standort ein Altenheim entstehen kann. Der Neubau lässt die Abwassergebühren steigen. FDP und Aktive lehnen ab.

Es ist nicht nur die aus Sicherheitsgründen gesperrte Fahrzeughalle des städtischen Bauhofes an der Friedrich-Ebert-Straße, die einen Umzug der dort residieren Betriebe für Abwasser und Stadtpflege nach Ansicht von Bürgermeister Heinz Josef Dick dringend erforderlich macht.

"Wenn sie entscheiden, dass die Betriebe dort bleiben sollen, ist ein Altenheim dort nicht möglich", beschwor Dick am Dienstag Abend im Hauptausschuss die FDP. Denn die Liberalen mochten sich mit einem Umzug und einem Neubau für die beiden stadteigenen Betriebe im Gewerbegebiet Püllenweg ebenso wenig anfreunden wie Die Aktive und Die Linke.

Für Dick, die schwarz-rote Koalition und die Grünen ist der Fall jedoch klar: Ein Umzug der Betriebe ist sowohl für den erhofften Bau eines Altenheimes an der Friedrich-Ebert-Straße nötig, als auch für die geplante Konzentration der Stadtverwaltung in einem Technischen Rathaus im ehemaligen A-Gebäude des Gymnasiums.

Ein komplexes Projekt

Nach den lange von der Stadt gehegten und schon öfter von der Politik besprochenen Plänen hängen alle diese Dinge in der Tat zusammen. Die Stadt will ihre noch über Nebengebäude verstreute Bauverwaltung in einem Technischen Rathaus vereinen. Dazu soll am Gymnasium das A-Gebäude umgebaut werden, das wegen sinkender Schülerzahlen nicht mehr benötigt wird.

Zieht die Bauverwaltung aus dem Gebäude an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße 1/Hindenburgstraße 58 aus, kann die Stadt das Grundstück verkaufen. Interessenten, die dort ein Altenheim bauen wollen, gibt es — und sie wollen von der Stadt möglichst schnell Klarheit, was geht.

Zudem ist die Fahrzeughalle des Bauhofes an der Friedrich-Ebert-Straße wegen statischer Probleme inzwischen nicht mehr nutzbar. Die Stadt sieht wegen der Perspektiven, die ein Umzug eröffnet, keinen Sinn darin, an der jetzigen Stelle eine neue Halle zu bauen.

Die Stadt hält das Projekt Umzug mit seinen 3,75 Millionen Euro Kosten auch für finanzierbar. Das legte Kassenwart Bernd-Dieter Schultze gestern dem Hauptausschuss dar. Unterm Strich koste die Stadt die Verlagerung der Betriebe jährlich 43 900 Euro. Erstens, weil der Stadtpflegebetrieb für die von ihm genutzten Räume Miete an den Eigentümer Abwasserbetrieb zahlen muss.

Und zweitens, weil die Betriebe eine höhere Abwassergebühr bezahlen müssen als bisher. Das müssen dem Finanzierungsmodell der Stadt zufolge auch die Bürger. Denn am Püllenweg soll der Abwasserbetrieb der Bauherr sein. Dessen Investitionskosten sollen durch eine leichte Erhöhung der Abwassergebühr mitfinanziert werden.

Da auch die Grünen deutlich höhere Kosten als 3,75 Millionen Euro befürchten, versprach der für Baufragen zuständige Fachbereichsleiter Georg Onkelbach eine einfache und zweckmäßige Bauweise: "Wir werden keinen Palast bauen, in dem wir aus goldenen Hähnen Wasser schöpfen."

(RP)