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Korschenbroich: Spitzenwetter und Schützenrekord in Pesch

Korschenbroich : Spitzenwetter und Schützenrekord in Pesch

Der siebenjährige Colin kaut an seiner rosa Zuckerwatte, während die Schützen der St. Donatus-Bruderschaft Pesch an ihm vorbei ins Zelt prozessieren. Mit großen Augen schaut er den festlich gekleideten Männern hinterher.

"Natürlich ist das nicht das erste Mal, dass ich hier beim Schützen und Heimatfest bin", erklärt Colin. "Ich finde es einfach toll zuzuschauen!" Ob er denn auch irgendwann einmal Schütze werden will? Colin überlegt kurz. "Nein, erst mal nicht. Das ist doch bestimmt wahnsinnig anstrengend alles. Aber vielleicht mach ich?s doch."

Keine Anstrengung anzumerken

König Sebastian Jeromin und Königin Isabel Böcker war von der Anstrengung jedenfalls nichts anzusehen. Auch die hochsommerlichen Temperaturen ertrugen die Schützen mit Langmut. "Das wäre ein Meckern auf sehr, sehr hohem Niveau", sagte der Geschäftsführer der Bruderschaft, Guido Schiffer.

"Der Sommer hat sich in den letzten Jahren nach hinten verschoben. Davon profitieren wir natürlich." Nicht nur einen Temperaturrekord, sondern auch einen Schützenrekord erlebte die Bruderschaft am Sonntag. Rund 400 aktive Schützen nahmen an der Großen Königsparade teil, darunter 200 Gastschützen.

Eine Abordnung aus Lipperode kam alleine mit 80 Schützen. "Wir freuen uns natürlich sehr, dass so viele auswärtige Schützen zu uns kommen", erklärte Schiffer. Einen Grund zur Freude bereitet ihm auch der Nachwuchs der Bruderschaft. Zwei Jungschützenzüge sind dieses Jahr neu hinzugekommen.

"Wir haben in den letzen Jahren viele neue Mitglieder bekommen. Das ist sehr wichtig, da die Jugend ja unsere Zukunft ist." Johannes Deuss (73), der genau vor 50 Jahren König war, erhielt einen Orden für seine 50-jährige Mitgliedschaft. "Es hat sich doch schon so einiges geändert in all den Jahren", erinnert sich Deuss. "Zum Beispiel gab es früher gar keine Jungschützen. Auch durften die Frauen am Königszug nicht teilnehmen. Heute spielen sie eine sehr große Rolle."

Es sei die Gemeinschaft, das Füreinandereinstehen, was die St. Donatus-Bruderschaft auszeichne. "Toll an dem Schützenfest ist, dass man Leute trifft, die man teilweise das ganze Jahr nicht sieht", erklärt Deuss. Sein Freund Heinrich Gather (75) erzählt: "Früher, als es die Kirche noch nicht im Ort gab, sind wir bis zum Ehrenmal und zum alten Friedhof nach Korschenbroich gezogen. Das war schon ein sehr weites Stück!"

Neben Johannes Deuss erhielt auch Andreas Bommes, der vor 30 Jahren König war, einen Orden für seine 50-jährige Mitgliedschaft. Den Hohen Bruderschaftsorden bekamen Norbert Dappen und Thomas Mischels verliehen. Das Silberne Verdienstkreuz erhielt der Schützenkönig aus dem Jahr 2010, Stefan Syben. Geehrt wurden auch die Regimentskönige Andreas Kuczera (2010) und Peter Stiller (2011).

(rl)