Kleinenbroich: SPD gegen Hasseldamm-Pläne

Kleinenbroich : SPD gegen Hasseldamm-Pläne

Bis Ende des Monats muss die Politik zum Regionalplan Stellung beziehen. Kritik an den Vorschlägen der Verwaltung äußert jetzt die SPD in Kleinenbroich – sie will kein emittierendes Gewerbe am Hasseldamm.

Bis Ende des Monats muss die Politik zum Regionalplan Stellung beziehen. Kritik an den Vorschlägen der Verwaltung äußert jetzt die SPD in Kleinenbroich — sie will kein emittierendes Gewerbe am Hasseldamm.

Für 20 Jahre wird der neue Regionalplan gelten und die städtebauliche Zukunft von Korschenbroich entscheidend prägen. Bis zum 30. Juni erwartet die Bezirksregierung in Düsseldorf die Vorschläge der Korschenbroicher Politik. Jetzt allerdings stellt sich die SPD Kleinenbroich quer: Insbesondere aufgrund des angrenzenden Landschaftsschutzgebietes will sie kein emittierendes Gewerbe im Gewerbegebiet Hasseldamm. "Im Stadtgebiet Korschenbroich sollte nach geeigneten Flächen gesucht werden, ohne das vorhandene Landschaftsschutzgebiete und Naherholungsräume für die Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigt werden", begründet sie ihren Vorstoß.

Düsseldorf hat keinen Platz mehr

Auf Unverständnis stößt die Kritik bei der Verwaltung. "Wir halten es für richtig und sinnvoll, am Hasseldamm emittierendes Gewerbe zuzulassen", sagt Dieter Hoffmans, der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Planung und Bauordnung. "Das Gebiet ist definitiv geeignet. Emittierendes Gewerbe bedeutet ja auch nicht, dass wir dort Betriebe ansiedeln, die mit gefährlichen Stoffen arbeiten." Sollten sich Politik und Verwaltung einigen, besteht die Chance, von der Bezirksregierung mehr Gewerbeflächen zugeteilt zu bekommen. Was wiederum in Zukunft zu höheren Gewerbesteuereinnahmen führen könnte. Von 1991 stammt der letzte Regionalplan. Entwickelt und verabschiedet werden die Pläne von der Bezirksregierung. Sie bilden die verbindliche Grundlage für die Flächennutzungspläne, mit denen die Kommunen eigenverantwortlich ihr Stadtgebiet entwickeln. Einen Bedarf an zusätzlichen 1500 Wohneinheiten für die nächsten 20 Jahre berechnete die Bezirksregierung für Korschenbroich. Das entspricht rund 60 Hektar Fläche, von denen allerdings solche Flächen noch abgezogen werden, die die Stadt schon als Reserve bereithält. Da der prognostizierte Bedarf für Düsseldorf die vorhandene Fläche der Landeshauptstadt übersteigt, werden weitere 150 Hektar auf die umliegenden Kommunen verteilt. "Noch unklar ist, wie viele Hektar uns davon zugestanden werden", erklärt Hoffmans. "Mit dem berechneten Bedarf für Korschenbroich sind wir allerdings zufrieden." Als "geeignetste potenzielle Entwicklungsfläche" betrachtet die Verwaltung das Raderbroicher Feld im Rücken des Bahnhofs. Gewerbe- und Wohnflächen sollen dort in naher Zukunft ausgewiesen werden. Zunächst aber soll das Gebiet Korschenbroich-West besiedelt werden.

Die SPD in Kleinenbroich fordert von der Stadt, dass sie die Bürger in einer Versammlung über die Vorschläge zum Regionalplan informiert.

(RP)