Sicherheit in allen Korschenbroicher Jugendeinrichtungen

Korschenbroicher Pfarrgemeinden: Präventionskonzept für Jugendeinrichtungen überarbeitet

Der Verband der Korschenbroicher Pfarrgemeinden hat ein neues Präventionskonzept für all seine Häuser erarbeitet. Regelwerk beschreibt, wie Kontakte zwischen Lehrkräften und Jugendlichen ablaufen sollten.

„Wir sind als Kirche eine Institution, die Nähe zu den Menschen sucht. Umso bedrückender ist es, was vielen Menschen im Rahmen sexualisierter Gewalt angetan wurde,“ sagt Pfarrer Marc Zimmermann. Damit in Zukunft so etwas möglichst verhindert wird, haben die Bistümer alle Pfarrgemeinden dazu aufgerufen, eigene Präventionskonzepte zu erarbeiten. Der Kirchengemeindeverband Korschenbroich gehört nun zu den ersten Pfarreien, die ein solches Konzept vorlegen können. Ab dem neuen Jahr soll es in allen Einrichtungen der Pfarrgemeinden gelten. „Wir haben in unserem Gemeindeverband bereits seit 2011 ein Präventionskonzept“, sagt Claudia Riße. Sie hat sich inzwischen zur Präventionsfachkraft weiterbilden lassen. Mit dem Wissen um den besten Schutz ist auch das bisherige Konzept kräftig überarbeitet worden. „Wir haben uns ein Jahr lang damit beschäftigt, um ein bestmögliches Konzept zu entwickeln“, sagt Gemeindereferent Peter Lentz.

Es ist ein eng gefasstes Regelwerk geworden, das auf 22 Seiten alles beschreibt, was an Kontakten zwischen ehren- oder hauptamtlichen Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen passieren kann. So wird etwa beschrieben, dass sich Messdiener und Küster oder Pfarrer kurzzeitig in der Sakristei begegnen könnten, im Konzept heißt das „1:1-Situation“. Im Regelkatalog ist festgelegt, dass in einem solchen Fall ein Messdienerleiter dabei sein soll, der auch beachtet, dass alle nach dem Dienst die Sakristei verlassen. Auch wird beschrieben, wie es sich verhindern lässt, dass Unbekannte die Sakristei betreten, wobei dies bislang allerdings noch nie geschehen ist. Genau beschrieben werden auch die Fahrten der Messdiener ins Jugendgästehaus in den Herbstferien: Wann und wer die Gemeinschaftsduschen betreten darf, nach Geschlechtern sowie Leitern und Teilnehmern getrennt. Die enge Regelung zeigt auch dieser Satz: „Ein 1:1-Kontakt kann in besonderen Situationen wie bei Heimweh oder Schmerzen vorkommen“. Aber da seien die Leiter im Umgang mit Nähe und Distanz geschult.

  • Niederrhein-Klinik in Korschenbroich : Birgit Bührlé stellt Gemälde von  Tieren aus

So wie bei den Messdienern haben die Verfasser des Konzeptes bei allen Einrichtungen versucht, Umgangsregeln zu schaffen, die vor allem darauf abzielen, „dass Kinder, Jugendliche und schutz- oder hilfsbedürftige Erwachsene sich in allen Bereichen und Einrichtungen unserer Kirche sicher fühlen können.“ Wie die Vorsitzende des Rates der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG), Gabriele Hönemeyer, sagte, wolle man mit dem Konzept ein Zeichen setzen, „damit auch die, die nach uns kommen, Kinder sicher heranwachsen sehen können.“ Außerdem solle es jedem einfacher gemacht werden, mögliche Problemfälle zu melden.

Am neuen Präventionskonzept haben viele Menschen mitgearbeitet. Das galt für die Leitungen der Kindertagesstätten, der Offenen Jugendeinrichtungen St. Andy und Basement, die Leiterrunde der Messdiener, die Vertreter der öffentlichen Büchereien, die Leitung der Jugendwallfahrt der St. Matthias Bruderschaft sowie Pfarreiräte, GdG-Rat, Kirchengemeindeverband und Pastoralteam.

Mehr von RP ONLINE