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Korschenbroich: Seniorenprojekt: Herten kritisiert Pläne

Korschenbroich : Seniorenprojekt: Herten kritisiert Pläne

Der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Friedel Herten meldet sich nach einer politischen Pause von mehr als zehn Jahren zurück. Mit kritischen Worten kommentiert er die Pläne der Korschenbroicher Stadtverwaltung für den Bereich Friedrich-Ebert-Straße. Er ist weder davon überzeugt, dass sich der notwendige Bauhof-Neubau am Püllenweg und die Rathaus-Zentralisierung durch den Grundstücksverkauf finanzieren lassen, noch will er die Straßenfront im Ortskern als Filet-Grundstück eingestuft wissen. Für Friedel Herten ist das 8000 Quadratmeter große Grundstück als Standort "für Altenheime nicht geeignet".

Die Verwaltung steht kurz davor, das Areal an der Friedrich-Ebert-Straße/Ecke Hindenburgstraße zu verkaufen. Auf dem Grundstück, auf dem zurzeit noch das Planungsamt, die Stadtpflege mit Bauhof und der Städtische Abwasserbetrieb als Eigentümer untergebracht sind, sollen ein Seniorenwohnheim und seniorengerechte Wohnungen mit einem Betreuungsangebot errichtet werden. Seit mehr als einem Jahr vermarktet die Stadt das Gelände mit dieser Idee.

Obschon es mit der Janßen Grundstücksgesellschaft und dem Korschenbroicher Architekturbüro Baues zwei ernstzunehmende Investoren gibt, kann Friedel Herten der Idee nichts abgewinnen: "Aus meiner Sicht ist der Wert des Grundstücks erheblich beeinträchtigt und der Standort für ein Altenheim nicht geeignet." Das begründet der frühere CDU-Chef aus Pesch unter anderem mit der angrenzenden Bahnlinie. "Wer dort baut, muss dort auch eine kostenintensive Lärmschutzwand entlang der Trasse errichten." Als weitere Störquelle führt Herten die Landstraße 381 mit mehr als 10 000 Fahrzeugen pro Tag an. Als weiteren Kostentreiber nennt er den notwendigen Einbau von Lärmschutzfenstern und schalldämmender Belüftung der Wohnräume. Seine Prognose: "Die Fenster zur Straße und in Richtung Bahnhof werden wohl nie geöffnet werden dürfen."

Das Seniorenheim steht für Friedel Herten im direkten Konflikt zum bestehenden Gewerbegebiet und muss "wegen Bestandsschutz vor einer Altenheimbebauung geschützt werden". Als kritisch für das Großprojekt führt der CDU-Mann zudem die schwierige Verkehrssituation im Kreuzungsbereich Hindenburgstraße für Rollstuhl-Fahrer oder gehbehinderte Personen an. Herten warnt daher eindringlich vor der Umsetzung: "Aus meiner Sicht wird mit einer Altenheim-Nutzung des Geländes sogar die Fürsorgepflicht der Stadt für unsere Senioren verletzt."

(RP)