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Korschenbroich: Senioren-Residenz: Baubeginn im Herbst

Korschenbroich : Senioren-Residenz: Baubeginn im Herbst

Zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Bahnlinie soll in Korschenbroich eine Senioren-Residenz mit Pflegeheim entstehen. Die Grundstücksgesellschaft Janßen will im Oktober mit dem Bau beginnen. Sie investiert 27 Millionen Euro.

Der Bauantrag ist gestellt, die Genehmigung wird vom Investor für September erwartet. "Wir sind guter Dinge, dass wir im Oktober mit dem Bau beginnen können", erklärt Björn Claus, Geschäftsführer der Janßen Grundstücksgesellschaft (JGG), auf Anfrage. Die Bremer Gesellschaft hat das rund 8000 Quadratmeter große Grundstück am Ortseingang seinerzeit von der Stadt gekauft und wird dort — zwischen der Landesstraße 381 und der Bahnstrecke — die geplante Senioren-Residenz errichten. Die Investitionssumme gibt die JGG-Geschäftsführung mit 27 Millionen Euro an.

Auf dem Gelände, wo jetzt noch Bürobauten der Stadt, des Abwasserbetriebes und der Stadtpflege stehen, soll ein Altenpflegeheim mit Betreutem Wohnen entstehen. Geplant ist eine stationäre Pflegeeinrichtung mit 80 Einzelappartements. Komplettiert wird das Vorhaben von 73 Eigentumswohnungen — speziell für Senioren — in der Form von Betreutem Wohnen. Mieter oder Eigentümer können dann die Angebote je nach Bedarf vom künftigen Betreiber ordern. Hier reicht die breite Palette vom Einkaufsservice über den Mittagstisch bis hin zum kompletten Pflegepaket.

Die Senioren-Residenz soll — verläuft alles nach Plan — zum Jahreswechsel 2014/15 in Betrieb gehen. Welche Gesellschaft dann für den Betriebsablauf der Senioren-Residenz Korschenbroich verantwortlich zeichnen wird, ist noch offen. "Einen Betreiber gibt es zurzeit nicht", bestätigt JGG-Geschäftsführer Björn Claus. Allerdings ist er zuversichtlich, diese von vielen Kaufinteressenten gestellte Frage zeitnah beantworten zu können. Fest steht schon jetzt: "Es wird kein Betreiber aus der Region sein." Und auch bei den Wohlfahrtsverbänden wie Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz oder Caritas winkt Björn Claus ab. "Wir stehen mit zwei großen Betreibergesellschaften in konkreten Verhandlungen. Sie sind deutschlandweit im Einsatz." Laut Claus soll die Entscheidung noch im kommenden Monat fallen.

Das Großvorhaben — von vielen als ein reines Renditeobjekt eingestuft — war in der Vergangenheit umstritten. Für viele Korschenbroicher stand schon bald fest: "Ein gutes Konzept mit Standortproblem." Unter anderem formierte sich die Korschenbroicher Bürgerinitiative "Nein zum Heim", die mit Reinhard Beumers an der Spitze 1589 Unterschriften sammelte. Sein Appell an die Politik: "Stimmen Sie gegen ein Heim an dieser menschenunwürdigen Stelle." Björn Claus nimmt's sportlich: "Ich kenne nur drei Kritiker." Stattdessen sei der Vertrieb der Eigentumswohnungen angelaufen: "Die ersten Zusagen werden ab Juli beim Notar beurkundet."

Im Rathaus liegt der Bauantrag vor. Das bestätigt Fachbereichsleiter Georg Onkelbach: "Aktuell prüfen wir die Unterlagen. Sollten sich keine umfangreichen Nachfragen mehr ergeben, könnte der Investor im Oktober mit dem Bau beginnen, wenn er dies möchte."

(RP/ac)