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Korschenbroich: Sempell schafft 80 neue Jobs

Korschenbroich : Sempell schafft 80 neue Jobs

Gut 20 Millionen Euro hat der Kraftwerksarmaturen-Hersteller Sempell am Firmensitz Korschenbroich investiert. Im September will die Firma die neuen Anlagen präsentieren. Es gibt 80 neue Jobs – und trotz Atomausstieg viel zu tun.

Gut 20 Millionen Euro hat der Kraftwerksarmaturen-Hersteller Sempell am Firmensitz Korschenbroich investiert. Im September will die Firma die neuen Anlagen präsentieren. Es gibt 80 neue Jobs — und trotz Atomausstieg viel zu tun.

Dr. Achim Trasser hat Wort gehalten. Dank eines anhaltend guten Geschäfts mit Kraftwerkarmaturen werde das Unternehmen bis 2012 fast 25 Millionen Euro an seinem Korschenbroicher Firmensitz in neue Gebäude und neue Maschinen investieren, kündigte der Geschäftsführer 2009 an. Nun ist es vollbracht: Mitte September will Sempell an der Werner-von-Siemens-Straße neue Anlagen präsentieren, in die gut 20 Millionen Euro gesteckt wurden.

Zu den Anlagen gehört auch eine Halle, die das seit 1997 zur Tyco International Ltd. gehörende Unternehmen neu angebaut hat. Doch nicht nur das Gebäude, auch das Geschäft hat expandiert: Auf dem weltweiten Markt für Kraftwerke wurden in den vergangenen Jahren so viele Aufträge eingefahren, dass die Korschenbroicher ihre Belegschaft aufstocken konnten. 80 Arbeitsplätze sollen durch die 20-Millionen-Investition entstehen oder schon entstanden sein.

Die Geschichte Sempells am Standort Korschenbroich war nicht immer eine voller Erfolge. 2001/02 hatte die Firma ein Drittel der Belegschaft entlassen müssen. 2003 war mit 360 Mitarbeitern ein Tiefstand erreicht. Doch dann kam die Wende: Der Umsatz von 79,7 Millionen US-Dollar im Jahr 2004 wurde im Geschäftsjahr 2009 auf 146,2 Millionen Dollar gesteigert. Anfang 2010 trat das Unternehmen mit 512 Beschäftigten an. Sempell fertigt nicht nur Sicherheitsventile, Absperrarmaturen oder Turbinenklappen für Kraftwerke, hat rund 100 Mitarbeiter für Service und Wartung und legt auch großen Wert auf Forschung.

Die gut laufenden Geschäfte der Korschenbroicher trübt auch der plötzlich verkündete baldige Ausstieg aus der Kernkraft in Deutschland nicht allzu schwer. "Das ist zwar schade, aber zum Glück ist die Nachfrage im Ausland, zum Beispiel in China, weiter stark", sagt Unternehmens-Sprecherin Kerstin Kohten.

Auch Geschäftsführer Achim Trasser hatte bereits 2009 betont, dass er über mehrere Jahre hinweg mit vollen Auftragsbüchern rechne — und zwar unabhängig davon, welche Atompolitik in Deutschland gemacht werde. Damals war noch eine Verlängerung der Reaktorlaufzeiten durch die CDU-FDP-Regierung absehbar gewesen. "Wir haben unsere Expansionspläne aber nicht von Schwarz-Gelb abhängig gemacht", sagte Achim Tresser damals.

(RP/rl)