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Korschenbroich: Sempell investiert 25 Millionen Euro

Korschenbroich : Sempell investiert 25 Millionen Euro

Der Armaturenhersteller Sempell will bis 2012 gut 25 Millionen Euro am Standort Korschenbroich investieren. Für dieses Geld sollen nicht nur neue Maschinen angeschafft werden. Sempell möchte angrenzend an seine Gebäude an der Werner-von-Siemens-Straße eine Halle anbauen.

Vorstand Dr. Achim Trasser hofft, dass die Halle schon im kommenden Frühjahr bezugsfertig ist. Die Investitionen will das Unternehmen wagen, weil das Geschäft dank guter Nachfrage vor allem nach Armaturen für Kraftwerke floriert. Sempell hat nach Angaben Trassers seinen Umsatz von 79,7 Millionen US-Dollar im Jahr 2004 auf 146,2 Millionen Dollar im soeben abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 gesteigert. Der Vorstand ist zuversichtlich, dass der Boom anhält. "Für die nächsten fünf Jahre mache ich mir überhaupt keine Sorgen", sagt Trasser. Eine Folge: Sempell will weiterhin Personal einstellen, sowohl Ingenieure als auch Maschinenbediener.

Starke Nachfrage

Das Korschenbroicher Unternehmen, das seit 1997 zur Tyco International Ltd gehört, profitiert von einer starken Nachfrage nach Kraftwerkarmaturen vor allem in Südafrika, Asien und Nordamerika. Zugleich liefert Sempell erfolgreich Armaturen für Kernkraftwerke weltweit. Die Korschenbroicher sind beispielsweise daran beteiligt, Kernkraftwerke in der Ukraine auf den jüngsten Stand der Technik zu bringen und sicherer zu machen.

"Wir haben unsere Expansionspläne zwar nicht von Schwarz-Gelb abhängig gemacht", sagt Trasser, "aber wir rechnen damit, dass mit der neuen Regierung auch längere Laufzeiten für deutsche Kernkraftwerke wieder ins Gespräch kommen." Auch für diesen Fall rechnen sich die Korschenbroicher gute Chancen aus. Denn deutsche Atomkraftwerke wurden in der Vergangenheit in großem Umfang mit Teilen aus dem Hause Sempell bestückt. Laufen die Werke nun länger, werden sie auf Service und Betreuung durch Sempell angewiesen sein, so das Kalkül.

Die Auftragslage ist glänzend. "Wir sind fürs nächste Jahr praktisch schon ausgebucht", so Trasser. Das Auftragsvolumen ist bereits jetzt größer als das, was 2009 abgewickelt wurde. Das Unternehmen arbeitet in einer Sechs-Tage-Woche und verhandelt mit dem Betriebsrat über eine Sieben-Tage-Woche. Damit hat sich Sempell binnen weniger Jahre aus einem Tal empor gearbeitet. 2001/02 hatte die Firma ein Drittel der Belegschaft entlassen müssen. 2003 war mit 360 Mitarbeitern ein Tiefstand erreicht. Im neuen Geschäftsjahr tritt Sempell mit 512 Beschäftigten an.

(RP)