Korschenbroich: Schützenfest ist auch ohne König ein Erfolg

Korschenbroich: Schützenfest ist auch ohne König ein Erfolg

Beim Vogelschuss treten morgen zwei Kandidaten an. Zum Auftakt des Schützenfestes verfolgten viele tausend Zuschauer die Glehner Umzüge.

Die Hoffnung, trotz fehlenden Königspaars "ein gelungenes Schützenfest feiern zu können", von der gestern Präsident Hubert Tokloth beim Empfang für die Ehrengäste in der Gaststätte Trauscheit sprach, hat sich bis jetzt vollständig erfüllt.

Der Umzug und die Parade vor dem Vorstand und den Ehrengästen markierte gestern den vorläufigen Höhepunkt des Glehner Schützenfestes. Foto: Georg Salzburg

Die Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache: Nicht nur, dass sich Schatzmeister Wolfgang Engels über ein bestens besuchtes Festzelt am Samstagabend freuen könnte, ist ein wichtiger Punkt. Auch der abendliche Fackelzug lockte bei spätsommerlichem Wetter die Besucher wieder in hellen Scharen an den Straßenrand. "Es war viel Volk da", zeigte sich Vizepräsident Christoph Schönges höchst erfreut.

Sechs Großfackeln mit zumeist lokalen Motiven waren zu bestaunen, wobei der seit Jahren währende Zweikampf zwischen den erprobten Fackelbauern des Jägerzugs "Saubuam" und denen des Jägerzugs "Flotte Boschte" diesmal ein auf den ersten Blick überraschendes Ende fand. Die Siegesserie der beiden "Abonnements-Gewinner" konnte nämlich der Grenadierzug "Fassfrisch" beenden.

Zufall war der erste Platz indes nicht, denn das nahe liegende Motto "Glehn sucht den Schützenkönig" hatten die Grenadiere gekonnt umgesetzt und präsentierten eine "DSDS"-Show im Stil von Dieter Bohlen, die mehr oder minder geeignete Kandidaten casted. Die "Saubuam", die auf dem zweiten Platz landeten, erwiesen mit "S.M. König Fußball" noch einmal der Weltmeisterschaft die Ehre. Bissig zeigten sich die "Flotte Boschte", die unter dem Wahlspruch "Schützenbrauchtum oder Zeltwirtreichtum" die gestiegenen Bierpreise aufs Korn nahmen. Fackelmotive für das kommende Jahr dürften nicht fehlen. Vizebürgermeister Hans-Willi Türks rief beim Empfang bei Trauscheit die Glehner Schützen dazu auf, sich rege an der Diskussion um die bevorstehenden Rahmenplanung für ihren Ort zu beteiligen.

Auch was die Parade und den großen Festzug gestern Nachmittag angeht, können die Glehner Schützen mit Zahlen aufwarten, die ihr Fest zu einem der größten in der Region machen. 839 eigene Schützen waren unterwegs, genau einer weniger als 2013. 73 Züge standen unter dem Kommando von Oberst Andreas Erkes. Die stärksten Bataillone stellt mit 44 Zügen das Jägerkorps (einer mehr als zuletzt), während die Grenadiere 25 Züge und die Schützengilde vier bilden. Gäste gibt es bei den Marschierern nur, soweit es die Marschmusik angeht.

Dem heimischen Tambourkorps "Blüh auf" standen sechs weitere Spielmannszüge und acht Blaskapellen zur Seite, die die Schützen mit marschgerechten Klängen versorgten. Auch die schon bei der Mitgliederversammlung vor drei Wochen geehrten Jubilare waren gestern noch einmal zum Empfang geladen. Dass deren Liste Jahr für Jahr einen überaus stattlichen Umfang hat, ist für Hubert Tokloth ein eindrucksvolles Zeichen dafür, "dass sich die Schützen wohl in unserem Verein fühlen".

Tokloth und seine Vorstandskollegen können die beiden restlichen Festtage entspannt angehen: Beim Vogelschuss treten zwei Kandidaten an. Glehn wird also wieder einen Schützenkönig haben.

(NGZ)
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