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Korschenbroich: Schützen helfen Kindern in Ghana

Korschenbroich : Schützen helfen Kindern in Ghana

Die Idee kam vor 35 Jahren im Schützenzug "Lange Lulatsche" auf: Er rief ein großes Sozialprojekt ins Leben und half Kindern in armen Ländern. Später wurde daraus der gemeinnützige Verein "Kinder-Direkthilfe Korschenbroich".

Es geht letztlich darum, das Motto der Bruderschaften tatsächlich mit Leben zu füllen: Glaube, Sitte, Heimat. "Wir wollten unser Schützenfest zu einem großen Sozialprojekt nutzen", sagt Karl-Heinz Göris. Wir: Das war vor allem der damalige Vorsitzende Jürgen Hüsges, der seine Schützenkameraden für eine solche Aktion motivieren konnte. Doch zunächst mussten die Schützen an Geld kommen. Die Idee: "Wir machten vor Pfingsten eine Tombola für das ganze Stadtgebiet. Geschäftsleute haben uns mit Preisen unterstützt. Letztlich hatten wir ein tolles Ergebnis", erinnert sich Göris. Für eine Mark konnte jeder ein Los erwerben, alle 20.000 wurden verkauft. Hinzu kamen, nach einem Aufruf der Schützen, 33.000 Mark an Spenden. "Wir haben das komplett an die Welthungerhilfe überwiesen." Mit dem Geld wurde die Aktion "Wir bauen ein Dorf in Indien" unterstützt.

Der nächste Nutznießer der Schützen war im Jahr darauf die Karl-Heinz-Böhm-Stiftung, die mit der Hilfe vom Niederrhein ein Brunnenprojekt in Äthiopien finanzierte. Danach arbeiteten die "Langen Lulatsche" mit der "Ceylon Direkthilfe" zusammen. Sie überwiesen elf Jahre lang die Beträge aus ihrer Tombola und aus Spenden. Mit dem Geld wurden in Sri Lanka Häuser für arme, kinderreiche Familien gefördert und ein Behindertenzentrum aufgebaut. Jahr für Jahr konnten die Korschenbroicher immer höhere Summen überweisen. Im Jahr 1996 wurde eine neue Idee diskutiert. "Wir wollten das Geld direkt an von uns ausgesuchte Hilfsprojekte weiterleiten. Dabei sollte unbedingt sichergestellt sein, dass auch das gespendete Geld direkt dem Projektpartner zur Verfügung steht, ohne Abzug von Verwaltungskosten oder Aufwandsentschädigungen." Daher wurde 1997 der Verein "Kinder-Direkthilfe Korschenbroich" gegründet, Jürgen Hüsges wurde Vorsitzender. Der neue Projektpartner kam aus Mönchengladbach: Pfarrer Josef Neuenhofer, der Straßenkinder in La Paz in Bolivien betreut. "Er schilderte uns sehr eindringlich die Probleme, so dass wir uns zu einer Hilfe entschieden haben." Insgesamt 18 Jahre lang flossen Spenden und Tombolagelder aus Korschenbroich nach Bolivien, wo ein gut funktionierendes Sozialwerk entstand.

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Im Jahr 2014 trat Jürgen Hüskes vom Amt des Vorsitzenden der Kinder-Direkthilfe zurück, Nachfolger wurde sein Stellvertreter Karl-Heinz Göris. Er holt seitdem jüngere Mitglieder in den Verein, der so eine Zukunft bekommen soll. Vor drei Jahren wurde ein neues Projekt angepackt. Diesmal geht der Blick nach Ghana, wo vernachlässigte und chancenlose Kinder Hilfe aus Korschenbroich bekommen sollen. "Inzwischen nehmen wir durchschnittlich 130.000 Euro ein", sagt Göris. Der Verein werde ausschließlich von Ehrenamtlichen betreut, die sich ab und zu - stets privat finanziert - auch direkt vor Ort vom Erfolg ihrer unterstützten Projekte überzeugen.

(NGZ)