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Korschenbroich: Scherben: Frau zeigt Stadt an

Korschenbroich : Scherben: Frau zeigt Stadt an

An Scherben auf den Wegen im Wald bei Raderbroich habe sie sich schon mehrmals verletzt, sagt Ulrike Paas. Die Glasstücke wurden bis in die 70er Jahre als Füllstoff zum Abdecken der Wege benutzt. Paas hat Anzeige erstattet.

Manche sind klein wie ein Kandisstück, andere so groß wie eine Euro-Münze — und weil die Glasscherben auf den Wegen im Wald bei Raderbroich zum Teil auch noch recht scharfe Kanten haben, findet sie Ulrike Paas gefährlich. "Ich habe mich mehr als einmal an einer Scherbe im offenen Schuh verletzt", sagt die Raderbroicherin. Sie hat nach eigenen Angaben am 22. August bei der Polizei Anzeige erstattet. Diese lag Bürgermeister Heinz Josef Dick gestern noch nicht vor.

Bei den Scherben handelt es sich augenscheinlich nicht um Bruchstücke erst kürzlich von Vandalen zerschlagener Bierflaschen. Die Stücke sind über ganze Wege verteilt zu finden — an manchen Stellen ein paar mehr, ein paar Meter gar keine, dann häufen sich die Funde wieder. Kein Wunder: Denn bei dem Glas handelt es sich wohl um Baumaterial aus früheren Jahrzehnten.

"Bis in die 70er Jahre ist das Recyclingmaterial dem Stand der Technik gemäß zur Anlage von Waldwegen genutzt worden", sagt Bürgermeister Heinz Josef Dick. Und: "Hätte es grundsätzlich scharfe Kanten, wäre es nie zugelassen worden." Etliche der Stücke sehen in der Tat aus, als seien ihre Kanten abgestumpft. Doch bei genauerem Hinsehen sind auch schärfere Scherben zu finden.

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"Für Sandalenträger, spielende Kinder, Hundepfoten und Fahrradreifen kann das sehr unangenehm sein", findet Ulrike Paas. Die Raderbroicherin wandte sich zunächst an die Stadtverwaltung. Dort habe sie die Auskunft bekommen, dass seit mehr als 40 Jahren kein Glasmaterial mehr für Wegdecken verwendet wurde. Paas ist anderer Meinung: "Beim Spazierengehen bietet sich mir ein anderes Bild: Die Scherben, die oben locker auf den Gehwegen liegen und nicht etwa tief in den Boden nach der langen Zeit festgetreten sind, scheinen mir neu dort aufgeschüttet zu sein."

Anzeige habe sie erstattet, sagt die Raderbroicherin, nachdem ihr die Stadt mitgeteilt habe, zum Umgestalten der Wege fehle es ihr an Geld. "Sollte es wider Erwarten zu einer Verletzung gekommen sein, prüfen wir und schalten gegebenenfalls unsere Versicherung ein", sagte Dick gestern. Auf wie vielen und welchen Waldwegen in Korschnebroich solches Glasmaterial vor Jahrzehnten verwendet wurde, konnte die Stadtverwaltung gestern nicht sagen.

Heute werde kein Glasmaterial mehr verwendet, um Wege anzulegen und zu sanieren, versicherte Bürgermeister Dick. Die oberste Schicht bestehe in der Regel aus Kies.

(RP/rl)