Korschenbroich: Retter der Straßenkinder wird geehrt

Korschenbroich: Retter der Straßenkinder wird geehrt

Zum fünften Mal vergibt die Bürgerstiftung Korschenbroich den Matthias-Hoeren-Preis. Jürgen Hüsges (73) erhält das Bronze-Relief für sein Lebenswerk. Zu helfen, war ihm eine Verpflichtung. Dafür im Vordergrund stehen, wollte er nie.

Gestern wurde der neue Preisträger der Bürgerstiftung Korschenbroich offiziell verkündet: Jürgen Hüsges (73), ehemaliger Vorsitzender der Kinder-Direkthilfe, erhält den Preis für sein Lebenswerk. "Damit hatte ich gar nicht gerechnet", sagte er. Der Anruf des Stiftungsratsvorsitzenden Hermann Buchkremer, der die frohe Nachricht überbrachte, habe ihn völlig überraschend im Urlaub an der Mosel erreicht. "Nun freue ich mich umso mehr, dass ich für mein Engagement geehrt werde, das mich über 30 Jahre lang geprägt hat", sagte Jürgen Hüsges.

Sein soziales Engagement fand seinen Ursprung Anfang der 1980er Jahre in den beiden Bruderschaften Sankt Sebastianus und Katharina-Junggesellen. Für Jürgen Hüsges war es eine Verpflichtung bei all den Annehmlichkeiten im eigenen Leben, auch Arme und Schwache zu unterstützen. Weit mehr als 30 Jahre machte er sich für unterschiedliche Hilfsprojekte stark, wobei ihm die Straßenkinder von La Paz über die Zeitspanne von 18 Jahren zur Herzenssache wurden. Dabei war es Hüsges nie wichtig, im Vordergrund zu stehen und Lob, Dank und Anerkennung zu erfahren. Wichtig war ihm viel mehr zu betonen, dass die immensen Erfolge "nur im Team mit den ,Langen Lulatschen', den beiden Bruderschaften und den vielen Spendern möglich wurden".

Eine Brücke der Hilfsbereitschaft um die halbe Welt verband Korschenbroich mehr als 18 Jahre lang mit der Anden-Metropole La Paz. Die Schützenhilfe für 6000 Straßenkinder in der bolivianischen Hauptstadt kam von der Kinder-Direkthilfe (KDH). Von 1997 bis 2014 war Jürgen Hüsges das Gesicht der Korschenbroicher Hilfsaktion. Als stiller Motor im Hintergrund nutzte er jede Möglichkeit, für die Projekte von Pfarrer Josef Neuenhofer zu sammeln. Viele Millionen Euro kamen dabei für die Stiftung "Arco Iris" (Regenbogen) zusammen: Das Geld wurde etwa für täglich 800 warme Mahlzeiten für Straßenkinder verwendet, für eine Krankenstation, mobile Ambulanzen sowie für Jungen- und Mädchenwohnheime, Begegnungsstätten mit Sozialarbeitern, Psychologen und für Ausbildungswerkstätten. Vor zwei Jahren hat er den Vorsitz der KDH an seinen Stellvertreter Karl-Heinz Göris übergeben. Die KDH fördert aktuell ein Projekt in der katholischen Diözese Bolgatanga in Ghana.

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"Mich zu engagieren, hat mir Kraft und Motivation gegeben", sagte Hüsges in seiner Dankesrede: "Ich habe von meinem Einsatz gezehrt und viele interessante Personen kennengelernt." Über Langeweile kann er nicht klagen - er treibt Sport und verbringt mit seiner Frau viel Zeit an der Mosel.

Die eigentliche Preisverleihung erfolgt am 16. Dezember und wird eingebettet in ein Weihnachtskonzert der Deutschen Kammer-Akademie in der Aula des Gymnasiums.

(NGZ)