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Korschenbroich: Repair-Café: Lieber reparieren als wegwerfen

Korschenbroich : Repair-Café: Lieber reparieren als wegwerfen

Bereits zum zweiten Mal wurde die Reparatur-Aktion um eine Kleider- und Pflanzentauschbörse ergänzt.

Zur fünften Auflage konnte das Repair-Café mit einem Rekord aufwarten. "So viele Reparateure wie heute hatten wir noch nie", stellte Oliver Sitt zufrieden fest. Dabei hatte der Initiator von "41352- Einfach besser leben" nach eigenem Bekunden im Vorfeld beinahe Panik gehabt, dass nicht genügend helfende Hände dabei sein würden, und vorsorglich einen Aufruf per Newsletter gestartet. "Es läuft super", kommentierte Sitt den erneut großen Zulauf zur Reparaturaktion im Dionysiushaus. "Wir hatten hier sogar ein beinahe museumsreifes Uralt-Radio dabei", erzählte er über den Kampf gegen Wegwerfmentalität und für verlängerte Nutzungsdauer.

Zum zweiten Mal begleiteten Kleider- und Pflanzentauschbörse die Reparaturaktion. Bei Sämlingen und Gewächsen wurde für nachhaltige Aktionen geworben: für die gemeinsame Obstpflückaktion sowie auch für die Möglichkeit, im Garten beim Dionysiushaus Beete anzulegen und Gemüse zu pflanzen.

Kirsten Lübke hatte beobachtet, dass die Kleiderbörse Interessenten zwischen 14 und über 60 Jahren anspricht. Ein schickes Kleid und schöne Wolljacken hatten ohne Geldfluss neue Besitzer gefunden. "Da sind richtig gute Sachen bei. Die Tauschbörse muss sich allerdings noch etwas etablieren, damit die Leute sich auch trauen und dabei Ressourcen schonen", betonte Sitts Frau.

Markus Profijt nahm die Daten der mitgebrachten Geräte auf. Aus Erfahrung weiß er, dass etwa zwei Drittel davon repariert werden können. Probleme gibt es zum Beispiel, wenn passende Ersatzteile nicht mehr hergestellt werden und auch nicht mehr verfügbar sind. Krimiautorin Jutta Profijt rettete an der mitgebrachten Nähmaschine vor allem stark strapazierte Kinderhosen und durchgewetzte Lieblingsteile. In akribischer Kleinarbeit ließ sie die nicht mehr auswaschbaren Flecken einer Trachtenbluse unter einer Stoffapplikation verschwinden. Diese hatte sie zuvor aus einer abgeschnittenen Innentasche gewonnen.

Schräg gegenüber untersuchte Hubertus Glosch einen Toaster. Den Defekt hatte er längst erkannt: Der Widerstand im Innenleben war zu hoch, als dass Strom in die Heizspirale hätte gelangen können. Doch das schmucke Teil ließ sich nicht ohne Weiteres öffnen und schien nach einem Designer-Schraubenschlüssel zu verlangen.

(NGZ)