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Rainer Berger und Andi Reisner in Korschenbroich

Korschenbroich : Eine musikalische Mittagspause

Die "Mahlzeit - Kulturzeit" bot einige außergewöhnliche Klänge.

Man kann in der Mittagspause seine Stullen auspacken, die Füße hochlegen, mit Kollegen Smalltalk machen oder etwas Außergewöhnliches erleben: „Mahlzeit – Kulturzeit“ ist eine Reihe des Kulturamts. Gestern wurde mal wieder eine Mittagspause zur Kulturzeit. Das Duo Rainer Berger und Andi Reisner aus Hürth musizierten 30 Minuten, also eine Mittagspause lang, in der Alten Schule. Ihre Eigenkompositionen beschreibt das Duo als „groovige Kammermusik“. Wie bei abstrakter Malerei, bleibt für das Publikum genug Raum für eigene Assoziationen. Mal überwiegt die Komposition, mal die Improvisation. Gut ein Dutzend Zuhörer wollten sich die Performance nicht entgehen lassen. Die meisten dürften noch nie etwas von einem Electric-Wind-Instrument, auch Blaswandler genannt, gehört haben. Neben der Querflöte spielte Berger auch auf diesem ungewöhnlichen Instrument, während Reisner auf seiner E-Gitarre spielte. „Es ist vor allem für sphärische Klänge sehr gut geeignet“, erklärte der Musiker, als er zu dem elektrischen Blasinstrument griff. Aus dem Klangteppich, den er und Reisner vor dem Auditorium ausbreiteten, wurde eine Art fliegender Teppich: Zeit zum Abschalten und mit sphärischen Klängen für einen Moment abdriften in andere Sphären.

Die beiden Musiker hatten von dem Kulturprojekt gehört und sich beworben. In Locations wie einer alten Schule zu spielen, ist ganz nach ihrem Geschmack. „Lassen Sie sich mal überraschen“, sagte Rainer Berger, und schon ertönte die Komposition „Vitamin C“. „Raan“ spielte auch passend zur bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft „Fiebern mit Rahn“ – eine Reminiszenz an die Fußball-WM 1954, als Helmut Rahn im Endspiel gegen Ungarn zwei Tore gelangen. „16 1 18“: So ungewöhnlich wie der Name der Komposition ist auch die Musik selber. Immerhin erklärte Berger, dass sie dieses Stück eigens für die Kölner St. Gertrud-Kirche mit ihrem sehr speziellen gefalteten Dach komponiert hatten. Stampfend, schnarchend und zischend, fühlte man sich an eine Maschine erinnert.