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Korschenbroich: Qualitätsoffensive im Seniorenhaus

Korschenbroich : Qualitätsoffensive im Seniorenhaus

Das Kreis-Seniorenhaus hat sich personell neu aufgestellt und geht jetzt offensiv Probleme an. Auch im Fokus: das Essen. Politiker der Kreis-SPD machten sich jetzt ein Bild bei einem Besuch vor Ort.

Nachdem Ende vergangenen Jahres zahlreiche Mängel im Kreis-Seniorenhaus Korschenbroich bekannt wurden, ist das Personal in der Einrichtung weiterhin bemüht, die Zustände zu verbessern. Darüber informierten sich jetzt vor Ort Politiker der SPD-Kreistagsfraktion, die den Dialog mit den Leitern, darunter auch mit Geschäftsführer Sigurd Rüsken, suchten. Probleme gibt es vor allem beim Essen. Der neue Küchenchef Jürgen Martens hat zugesagt, das Qualitätsniveau kräftig anzuziehen.

Im Seniorenhaus ist einiges im Umbruch: Die Trägerschaft soll noch immer beim Rhein-Kreis Neuss liegen, aber bald in die der "Rhein-Kreis Neuss Kliniken" übergehen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche personelle Veränderungen - auch über die Küche hinaus. Zu nennen sind da die neue Heimleiterin Iris Baldus, der neue technische Leiter Frank Boßems und der neue Bauleiter Norbert Ströher, der nach Auskunft des SPD-Stadtverbandschefs Udo Bartsch versprochen hat, die umfangreichen Bauarbeiten in und am Seniorenhaus so zu takten, dass die Senioren etwa am Mittag ruhen können. Die Renovierungsarbeiten sowie Abbruch- und Neubaumaßnahmen sollen noch einige Monate andauern.

Wie Bartsch berichtet, seien viele der Probleme auch in Bezug auf die Hygiene, die menschenwürdige Pflege und auf die fehlenden Pflegekräfte nicht dementiert worden. "Wir haben den Eindruck, dass alle Beteiligten um Verbesserungen bemüht sind - auch mit Blick auf die Kommunikation mit den Angehörigen", sagt Udo Bartsch. In den vergangenen Monaten waren Qualität und Temperatur der Speisen im Seniorenhaus immer wieder kritisiert worden. "Das Essen ist immer noch zu kalt, wenn es ausgegeben wird", bemängelt etwa Lothar Eimanns, dessen Mutter Gerda seit März 2017 in der Kreis-Einrichtung gepflegt wird. Von den "Rhein-Kreis Neuss Kliniken" heißt es, dass sich das verändern werde. Küchenchef Jürgen Martens verfolge einen hohen Qualitätsanspruch, genau wie am Neusser Lukaskrankenhaus. Sprecherin Susanne Niemöhlmann, sagte, dass die bessere Qualität auch für das Temperatur-Problem gelten werde. Künftig sollen Servicekräfte die warmen Mahlzeiten schneller verteilen, so dass sie nicht zu viel an Temperatur verlieren.

Ein weiterer Mangel, den Lothar Eimanns vorbringt: Seit dem baubedingten Umzug seiner Mutter innerhalb des Seniorenhauses in ein kleineres Zimmer fehle die Tür zum Bad. "Wohnraum und Badezimmer sind nur durch einen Vorhang getrennt. Das ist unangenehm", betont er unzufrieden, auch vor dem Hintergrund, dass 2018 die Pflegesätze deutlich nach oben hin angepasst werden sollen. Nach Auskunft des Haus-Betreibers sind neue Türen bereits bestellt und sollen Mitte Mai geliefert werden.

Das Thema "Kreis-Seniorenhaus" trifft in Korschenbroich einen Nerv, zumal die Diskussionen um die Qualität in vielen Fällen emotional aufgeladen sind. "Wir werden dran bleiben", sagt Udo Bartsch, dem es wichtig ist, den Zuständigen im Seniorenhaus eine Chance zu geben. "Wir werden uns allerdings weiter nach Verbesserungen erkundigen."

(cka)