Korschenbroich: Polizeichef informiert Politik: Straftaten steigen

Korschenbroich : Polizeichef informiert Politik: Straftaten steigen

Polizeichef Jürgen Morgenweg brachte es im Hauptausschuss gleich auf den Punkt: "In 2011 ist die Anzahl der Straftaten im Stadtgebiet Korschenbroich um 170 Delikte auf jetzt 1588 Straftaten angestiegen."

Der Polizeihauptkommissar wertete die Situation nicht als bedrohlich, machte den Ausschussmitgliedern aber unmissverständlich klar: "Jede Straftat ist eine zu viel." Und weiter erklärte er: "Fast 50 Prozent davon sind Diebstahlsdelikte." Die Aufklärungsquote bei den 771 Delikten gab er mit 38,7 Prozent an.

Autoaufbrüche halten an

Während die Straßenkriminalität um 36 Taten — insgesamt wurde die Polizei 563 Mal aktiv — zunahm, konnte der Polizeichef bei den Wohnungseinbrüchen sogar einen Rückgang von 38 Prozent vermelden. Die Zahl reduzierte sich von 115 auf 71 Fälle. Allerdings bereitet ihm eine Serie von Autoaufbrüchen Kopfzerbrechen. Er spricht von einer Steigerung von 158 Prozent: 2011 wurden 137 Fahrzeuge aufgebrochen, das sind 53 Straftaten mehr als im Vergleichsjahr 2010.

"Die Täter haben es ausschließlich auf die Navigationsgeräte abgesehen. Sie werden ins Ausland verschoben", weiß Morgenweg. Auch wenn er von einem landesweiten Problem spricht, ist Korschenbroich in diesem Jahr besonders betroffen. "Es konnte jetzt ein Kurierfahrer in Stuttgart festgenommen werden, bei dem unter anderem Navigationsgeräte aus Korschenbroich sichergestellt wurden."

Und wie aktuell das Thema ist, erfuhr der Hauptausschuss am Donnerstagabend aus erster Hand: "Erst in dieser Woche wurden wieder mehrere Autos aufgebrochen. Dieses Mal hatten es die Täter auf Fahrzeuge in Glehn abgesehen." Da von den Straftaten in der Regel hochwertige Fahrzeuge betroffen sind, lautete Morgenwegs Appell dann auch: "Fahren Sie ihr Auto in die Garage."

Zudem lenkte der Korschenbroicher Polizeichef den Blick der Politiker auf die steigende Internetkriminalität. In den meisten Fällen handelt es sich um Warenbetrug. "Das Geld wird vom Ebay-Kunden gezahlt, aber die Ware wird nicht geliefert. Oder umgekehrt: Die Ware wird geliefert, aber nicht bezahlt."

Dass nicht nur die Betrogenen — also die Opfer — im Stadtgebiet zu finden seien, sondern auch die Beschuldigten, erklärte Jürgen Morgenweg auf Nachfrage der Ausschussmitglieder. Die Prognose des Polizeihauptkommissars fiel deutlich aus: "Die Internetkriminalität wird weiter ansteigen."

(RP/rl)