Edeka-Märkte in Korschenbroich: Pfandbons für Menschen in Not

Edeka-Märkte in Korschenbroich : Pfandbons für Menschen in Not

Spender knacken 15.000-Euro-Marke. Trinkwasser-Aktion in Krisenregionen.

Kleinvieh macht auch Mist. Es gibt wohl keine andere Redewendung, die es besser auf den Punkt bringt: In zwei Jahren haben Bürger mit der Spende von Pfandbons in den Edeka-Märkten von Gerhard Handick in Korschenbroich und Kleinenbroich die Organisation „Action Medeor“ mit 15.000 Euro unterstützt. Diese Summe setzt sich aus tausenden Pfandbons – fast immer Kleinstbeträge im Wert weniger Euros oder Cents – zusammen. „Wir haben die magische Marke jetzt überschritten“, verkündet Marlene Esser mächtig stolz.

Die Korschenbroicherin hatte die Pfandbon-Sammel-Aktion im Mai 2016 mit ihrer Freundin Marlies Kohlbecher ins Leben gerufen. Seitdem leeren die beiden Frauen mehrmals pro Woche die Briefkästen an den Pfandflaschenautomaten in den Supermärkten, lassen sich das Geld an der Kasse auszahlen und überweisen es direkt und vollständig an die Hilfsorganisation, die Menschen in Krisenregionen mit Trinkwasser versorgt. Marlene Esser führt exakt Buch und kann auf den Cent genau sagen, in welcher Woche wie viel Geld zusammengekommen ist. „Einmal haben wir in beiden Supermärkten zusammen innerhalb einer Woche 205 Euro und 20 Cent gedsammelt“, sagt sie. Den bisher wertvollsten Pfandbon fanden Esser und Kohlbecher am 21. November 2017 in einer der Briefkästen: 39 Euro und 31 Cent. „Das war sehr großzügig“, sagt Esser, die sich bei allen Spendern bedanken möchte. „Jeder Cent zählt.“ Im Durchschnitt haben die Bons einen Wert von einem Euro.

Die beiden Frauen wissen, dass viele Menschen regelmäßig Bons in die Briefkästen werfen – und sie wissen, dass die Spender damit Leben retten können. Denn weltweit haben rund 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. „Action Medeor“ hilft etwa in Pakistan, im Südsudan und in Nepal, versorgt dort Menschen auch zugunsten besserer hygienischer Bedingungen. Dass jetzt mehr als 15.000 Euro herausgekommen sind, erstaunt sie. „Das hätten wir im Leben nicht für möglich gehalten“, sagt Marlene Esser und spricht damit auch für Marlies Kohlbecher. Inzwischen würden die Briefkästen an manchen Tagen beinahe überlaufen – und ganze Kassen für sie geöffnet, damit die Pfandbons der Reihe nach eingescannt und die Beträge ausgezahlt werden können. „Bei Edeka sind wir schon bekannt“, sagt Esser, dankbar, mit dem Supermarkt-Betreiber Gerhard Handick einen Partner für den guten Zweck gefunden zu haben. Für die Organisation „Action Medeor“ ist Korschenbroich mittlerweile zu einer ganz besonderen Stadt geworden: In keiner anderen Stadt am Niederrhein, in denen ebenfalls Pfandbons gesammelt werden, seien die Menschen so spendenfreudig, heißt es. Und Marlene Esser und Marlies Kohlbecher? Für sie steht fest: Sie machen weiter. Für ihre Sammlung zugunsten der Organisation wollen sie weiter die Werbetrommel rühren. „Wir hoffen, dass die Menschen uns hier weiterhin mit ihren Pfandbons helfen“, sagen sie unisono.

Mehr von RP ONLINE