Oldtimerfreunde Glehn organisierten 30. Treff für historische Zweiräder

Oldtimer-Freunde: 30. Schau für historische Zweiräder in Glehn

Wer alte Fahrräder und Mopeds liebt und überhaupt Nostalgisches mag, der war genau richtig auf dem 30. Oldtimer-Treffen mit Teilemarkt, organisiert von den Oldtimerfreunden Glehn. Es schien, als würde den Besuchern der Gesprächsstoff niemals auszugehen.

Heinrich Pusch war aus Büttgen mit seiner 60 Jahre alten „Necko Luxus“ gekommen – Neckermann hatte es damals möglich gemacht, dass ein Werktätiger auf dem Weg zur Arbeit nicht mehr auf dem Fahrrad gegen den Wind hatte anstrampeln müssen –  dank des Ilo-Motors seines Mopeds. „Ich habe das gute Stück im Orginal-Farbton neu lackiert,  einen Austauschmotor habe ich auch gefunden“, berichtete Pusch. Günther Wimmers aus Wickath war früher Schrauber in einer BMW-Motorradwerkstatt – der 80-Jährige bot jetzt Literatur feil mit Titeln wie „Die schönsten Alfas“.  Andreas Barnackyj aus Bedburg sprach von „frühkindlicher Prägung“: Er hatte seinen anderthalb Jahre alten Sohn Florian im Schlepptau, als er sich mit Gebrauchtteilen eindeckte.

 Händler hatten ihre Teile fein säuberlich sortiert, mal  nach Markennamen wie „Herkules“, „Zündapp“, „Velosolex“, oder nach Gattungen wie Beleuchtung oder Vergaser. „Ich komme schon seit 15 Jahren hierhin“, sagte Ewald Lange aus Gelsenkirchen.  „Es ist immer eine schöne Veranstaltung.“ Er hatte unter anderem Simson-Teile mitgebracht und erzählte von seinem Unfall mit einer frisierten Honda Dax. Dabei zeigte er auf seine Nasenwurzel, wo eine Narbe an den Crash erinnert. Menschen wie Ewald Lange prägen den Markt der Möglichkeiten, zu seinen „Schätzen“ gehörte jetzt ein weißer Römer-Halbschalenhelm aus den 1950er Jahren. An die ersten Chopper erinnerte der „Sarg-Tank“, wie er in den 1970er Jahren ebenso begehrt war wie die Bonanza-Räder: Auch davon gab es ein Exemplar zu kaufen, die beiden Deutschland-Fahnen waren im Preis inbegriffen. Der Vorsitzende der Oldtimerfreunde, Wolfgang Kremer, gönnte sich eine Tasse Kaffee auf der Terrasse der Gaststätte Trauscheit. Er weiß genau, wer über welche Kenntnisse verfügt und wo es ein bestimmtes Zweirad gibt. Er kann andere  begeistern, immer wieder aber auch sich selbst: „Ich habe mir eine BMW R 25/2 von 1953  gekauft“, schwärmte Kremer.9