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Korschenbroich: Öffentlicher Schrank fasst 250 Bücher

Korschenbroich : Öffentlicher Schrank fasst 250 Bücher

Vier bis acht Wochen wird es noch dauern, schätzt Dr. Rita Mielke, Initiatorin des Literaturfestivals "Korschenbroich liest". Dann, so hofft sie, startet zwischen Eisdiele und Kirchplatz von St. Andreas das Projekt "öffentlicher Bücherschrank".

Rund um die Uhr können Bücherfans Werke, die sie abgeben möchten, in den dort aufgestellten Schrank hineinstellen oder Schmöker zum Lesen mit nach Hause nehmen. Kostenlos und ohne Büchereiausweis. Es ist nicht mal vorgeschrieben, dass ausgeliehene Werke zurückgebracht werden.

RWE übernimmt die Wartung

Rund 250 Bücher haben in dem 2,20 Meter hohen und 60 Zentimeter breiten Schrank Platz, den das Energieunternehmen RWE zur Verfügung stellt. Er koste etwa 6500 Euro, sagt Rita Mielke. Die Türen sind aus Glas, der Korpus ist aus Metall. In der Nähe des Andreasbrunnens solle der Schrank aufgestellt werden, erzählt Rita Mielke. Die Stadt Korschenbroich schließt mit RWE einen Vertrag, der erst mal vier Jahre läuft: Demnach ist die Stadt Eigentümerin des Schranks und kommt bei mutwilliger Beschädigung für die Instandsetzung auf. Die Wartung übernimmt RWE.

Als ehrenamtliche Patin für das Projekt hat die Stadtverwaltung Rita Mielke und die Initiative "Korschenbroich liest" bestimmt. Die Organisatoren des Literaturfestivals kontrollieren unter anderem, welche Bücher in den Schrank gestellt werden und halten sie instand. Für eine Erstausstattung haben sie bereits 20 Bücher zusammengetragen, darunter "Drei Männer im Schnee" von Erich Kästner und Thomas Manns "Buddenbrooks".

Verteilt in ganz Deutschland stehen solche öffentlichen Bücherschränke, unter anderem auch in Neuss und Düsseldorf. "Ich habe zum ersten Mal in Bonn so einen Schrank gesehen und fand die Idee toll", sagt Rita Mielke. Das Motto von "Korschenbroich liest" lautete diesmal "Bücher unterwegs — Bücher auf Reisen", dazu passe das Projekt doch sehr gut, findet sie. Schließlich würden durch den "öffentlichen Bücherschrank" auch Bücher auf den Weg gebracht.

"Kommunikative Dimension"

Aus anderen Städten hat Rita Mielke nur positive Rückmeldungen zu dem Projekt bekommen, "das funktioniert ausgesprochen gut", sagt sie. Hinter dem "öffentlichen Bücherschrank" stecke auch "eine kommunikative Dimension" — weil Interessierte, die dort aufeinanderträfen, leicht ins Gespräch kämen.

(naf)