Korschenbroich: Neues Kreuz für den Glehner Friedhof

Korschenbroich: Neues Kreuz für den Glehner Friedhof

Auf dem neuen Glehner Friedhof entsteht ein würdiger Platz zur Verabschiedung von Verstorbenen - das neue Hochkreuz für den Platz spendete Alt-Bürgermeister Günter Wappenschmidt (90). Das alte Kreuz war marode.

Im Mai vergangenen Jahres war das Hochkreuz, das seit Eröffnung des neuen Glehner Friedhofs Anfang 1995 dort stand, plötzlich verschwunden "Bei einer Überprüfung hatten wir Fäulnis festgestellt und haben das marode Holzkreuz aus Sicherheitsgründen entfernen müssen", erklärt Johannes Günterberg, Koordinator und Landschaftsbau-Ingenieur bei der Stadtpflege Korschenbroich. Ein Kostenvoranschlag für ein neues, haltbareres Hochkreuz wurde eingeholt - doch der Stadt fehlte das Geld.

Dennoch steht nun ein neues Holzkreuz auf dem Friedhof. Im vergangenen August wurde Altbürgermeister Günter Wappenschmidt, der vor der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 der letzte Bürgermeister von Glehn war, 90 Jahre alt. An eine große Geburtstagsfeier wie früher war aus gesundheitlichen Gründen nicht zu denken. "Statt im großen Rahmen Geburtstag zu feiern, hatte sich mein Vater entschlossen, für sein Glehn ein neues Hochkreuz zu stiften. Mein Vater hat sich als Politiker immer sehr für den Ort eingesetzt, und er hat Glehn bis jetzt die Treue gehalten", erklärte sein Sohn Wolfgang Wappenschmidt.

Nun wurde das schlichte, aber noble, dreieinhalb Meter hohe und 1,90 Meter breite Hochkreuz aus massiver Eiche von der Glehner Bau- und Zimmerei-Firma Herbert Kretschmer an neuer Stelle errichtet. Mitinhaberin Gisela Kluth informiert: "Das Kreuz muss etwa alle zwei Jahre mit Lasur gestrichen werden - dann wird es sehr lange halten." Kluth verweist darauf, dass das Material natürlich Risse bekommen wird - das sei normal. Zum Schutz vor der Witterung wurde das Kreuz in einem eigens angefertigten Schuh aufgestellt und hat außerdem eine Edelstahlabdeckung.

Das neue Kreuz wird der Mittelpunkt eines neu angelegten Platzes sein, an dem sich die Trauergemeinden würdevoll von ihren Verstorbenen verabschieden können. Günter Wappenschmidt hatte den neuen Friedhof in den 1990er Jahren gemeinsam mit Peter Esser geplant. Jetzt hatte er keinerlei Vorgaben gemacht, sondern er legt nur Wert darauf, dass die Heimatfreunde involviert sind in die Planungen, am Hochkreuz mangels Totenhalle einen gepflasterten und mit Blumen gestalteten Verabschiedungsplatz zu schaffen. Gerne hätten sowohl er als auch die Heimatfreunde gesehen, dass das Kreuz bereits eingesegnet wäre. Doch mal waren die Eichenbalken nicht perfekt genug, dann hatte die Stadt keine Leute frei für die Arbeiten - und dann hatten Vandalen die Zuleitung für die um einige Meter verlegte Wasserstelle komplett zerstört.

Die Heimatfreunde suchen nun Sponsoren für die Bepflanzung mit Blumen. "Wegen eines Termins für eine würdevolle Einsegnung sind wir bereits im Gespräch mit den Vertretern beider Konfessionen - also mit Pfarrer Michael Tewes und Diakon Christian Wolter. Wahrscheinlich wird es der 24. Mai abends", sagt Joachim Schröder, der Vereinschef der Glehner Heimatfreunde.

(NGZ)
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