Neues Feuerwehrhaus in Kleinenbroich wird deutlich teurer

Kleinenbroich : Neues Feuerwehrhaus wird deutlich teurer

Das neue Haus an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße in Kleinenbroich soll 4,95 Millionen Euro kosten. Vor drei Jahren waren es noch 3,2 Millionen Euro. Aber dann gab es verschiedene Auflagen. Sie kosten der Stadt nun mehr Geld.

Das neue Feuerwehrhaus in Kleinenbroich an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße wird teurer als ursprünglich gedacht. Im Jahr 2016 hatte die Stadt 3,2 Millionen Euro geplant, nun aber hielt noch nicht einmal mehr die Summe, die in der Vorlage für den Bauausschiss stand. Statt 4,5 Millionennannte der Technische Leiter Michael Deprez den Betrag von 4,95 Millionen Euro. „Wir haben Anfang der Woche vom Architekten eine neue Kostenrechnung bekommen“, sagte Deprez, der dem Ausschuss die Planungen vorstellte. Und dabei nannte er sogleich einen Posten, der als neue Auflage in den Bebauungsplan kam: eine Lärmschutzwand, sechs Meter hoch und hundert Meter lang.

Beim Vorliegen der Studie habe man noch keinen Bebauungsplan gehabt. „der kam erst sechs Monate später“, sagte Deprenz und weiter: „Da gab es dann Auflagen.“ So habe man die Lage des Gebäudes aufgrund von Schallschutzmaßnahmen weiter in das Grundstücksinnere schieben müssen. Dabei sei eine größere Fläche nötig. Die Lärmschutzwand sei ebenfalls neu hinzugekommen. „Sie schlägt alleine mit über 200.000 Euro zu Buche. Zudem wurde weitere Flächen durch neue Zuwege benötigt: die Alarmausfahrt zur Dietrich-Bonhoeffer-Straße und die Zufahrt über die Von-Stauffenberg-Straße. Ein weiterer teurer Posten ergab sich aus dem Bodengutachten. Denn dort wurde festgestellt, dass es erst ab einer Tiefe von 1.20 Meter einen tragfähigen Boden gebe. „Wir müssen also auf 4000 Quadratmeter einen Bodenaustausch vornehmen.“

„Es ist erschreckend“, sagte Albert Richter (SPD). „Ich glaube nicht, dass wir mit fünf Millionen auskommen, wir sind ja ganz am Anfang. Für mich stellt sich die Frage, welche anderen Maßnahmen im Haushalt nun zurückgeschoben werden müssen, damit wir uns das leisten können.“ Das dies so sein wird, war allen Ausschussmitgliedern bewusst, aber einen Zweifel daran, dass die Ausstattung für die Feuerwehr in Kleinenbroich notwendig ist, hatte niemand. „Es wäre sicher schön, wenn wir noch Kosten einsparen könnten“, sagte Peter Holzenleuchter, aber es sei wohl die Quadratur des Kreises und nicht zu lösen.

Jochen Andretzky (Bündnis 90/Die Grünen) sah einen Grund für die jetzige Situation in der Standortbeziehung. „Wir haben auf der einen Seite ein Wohngebiet und ein weiteres nun heranrücken lassen. Das ist ja nicht vom Himmel gefallen. Der Planungsausschuss und der Rat haben beschlossen, dass dieses Baugebiet nahe an das Feuerwehrgelände kommt. Insofern ist das Problem auch hausgemacht.“ Dem widersprach Bürgermeister Marc Venten. „Sie haben Kritik am Standort Holzkamp geübt, aber welche Alternative hätten Sie dazu gehabt. Wir haben zwei Standorte, die lange diskutiert worden sind.“ Das sei der jetzige Standort an der Hochstraße und der neue Standort im Holzkamp. Der Standort Hochstraße habe die Rahmenbedingungen nicht erfüllt, um den Löschzug Kleinenbroich dort belassen zu können.

Nachdem Beigeordneter Georg Onkelbach erklärt hatte, dass der Beschlussvorschlag, in dem noch von 4,5 Millionen die Rede war, geändert werde, konnte der Ausschuss dem Tagesordnungspunkt bei zwei Enthaltungen bei den Bündnisgrünen zustimmen.

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