Korschenbroich: Neue Grippe: 15 Ärzte impfen

Korschenbroich : Neue Grippe: 15 Ärzte impfen

Am Montag fällt der Startschuss für die Impfungen gegen die Schweinegrippe im Rhein-Kreis-Neuss. Auch 15 Ärzte aus Korschenbroich und Jüchen impfen gegen das sogenannte H1N1-Virus. Eine Impf-Pflicht gibt es aber nicht.

Korschenbroich/Jüchen Ab Montag können sich Korschenbroicher und Jüchener gegen die Schweinegrippe impfen lassen. An der Impfaktion im Rhein-Kreis-Neuss beteiligen sich insgesamt 152 Ärzte: In Korschenbroich sind es zehn, in Jüchen fünf Ärzte. "Eine Impfung ist immer noch der beste Schutz vor Schweinegrippe", sagt Dr. Michael Dörr, Leiter des Kreisgesundheitsamtes Rhein-Kreis-Neuss. Diese schütze nicht nur vor dem sogenannten H1/N1-Virus, sondern auch vor gefährlichen Mutanten.

Risikogruppen haben Priorität

Zunächst sollen Risikogruppen wie Krankenhauspersonal oder chronisch Kranke geimpft werden. "Diese Personen kommen mit vielen Menschen in Kontakt, die sich und andere leicht infizieren und die öffentliche Sicherheit und Versorgung nicht mehr gewährleisten können", erläutert Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat für den Rhein-Kreis-Neuss. Die Bestellungen der letzten Tage zeigten aber, dass an dieser Regelung nicht starr festgehalten werden müsse. "Sofern genügend Impfstoff vorhanden ist, können sich auch alle anderen Personen bereits jetzt impfen lassen", sagt Michael Dörr. Insgesamt 13 Apotheken im Rhein-Kreis-Neuss verteilen ab Montag zunächst 8500 Impfdosen an die beteiligten Ärzte. Der Impfstoff werde wöchentlich nachgeliefert. Drei verschiedene Impfstoffe gibt es: Pandemrix, Celvapan und Focetria.

Der Unterschied zwischen den Stoffen: Celvapan besteht aus vollständig abgetöteten Viren und kommt ohne Verstärker aus, die beiden anderen enthalten nur noch Bruchteile der Viren und wären ohne Zusatzstoffe weniger wirksam. Diese zusätzlichen Verstärker seien kürzlich in die Kritik geraten. "Beide Stoffe haben Vor-und Nachteile", berichtet Dörr.

Im Rhein-Kreis-Neuss sei derzeit nur Pandemrix verfügbar. Nebenwirkungen seien aber nach jeder Impfung möglich: "Es kann zu Rötungen an der Einstichstelle oder zu Abgeschlagenheit kommen", erzählt Dörr. In seltenen Fällen könnten auch Fieber und Hautausschlag auftreten. Schwangeren wird Pandemrix nicht empfohlen: "Da müssen die Hausärzte eigenverantwortlich entscheiden, ob sie diesen Impfstoff verwenden oder nicht", sagt Dörr. Celvapan stehe vermutlich erst im November zur Verfügung.

Kein Schutz vor saisonaler Grippe

Eine Impfung gegen Schweinegrippe schließt allerdings nicht den Schutz vor der saisonalen Grippe mit ein. "Man sollte sich gegen beide Grippe-Arten impfen lassen", empfiehlt Dörr. Das sei beides an einem Tag möglich.

(RP)