Korschenbroich: Neue Gärtanks für Bolten

Korschenbroich: Neue Gärtanks für Bolten

Altbier auf Expansionskurs: Die Bolten-Brauerei hat seit gestern sechs zusätzliche Gär- und Lagertanks mit einem Gesamtvolumen von rund 4000 Hektolitern. Damit kann die Brauerei die steigende Nachfrage bedienen.

Neersbroich Stefan Hammermeister starrt in den Himmel, schließlich nickt er zufrieden. Der erste schwere Turm steht auf dem Fundament, sanft aufgesetzt wie auf einen Wattebausch. "Das macht schon unheimlich stolz", sagt der Ingenieur für Getränke- und Lebensmitteltechnik. Er hatte in den vergangenen Wochen einen komplizierten Auftrag: Die Bolten-Brauerei hat sechs neue Gär- und Lagertanks aus der Insolvenzmasse der Brauerei Schwelm ersteigert. Gestern nun kam die riesige Lieferung mit Schwertransportern in Neersbroich an.

Ein Autokran hob die Tanks an ihren neuen Platz. Hammermeister und die Mitarbeiter der Spedition Marcus setzten der Neuanschaffung quasi die Schaumkrone auf. "Diese Größenordnung ist nicht alltäglich", meint Hammermeister. Jeder Tank wiegt allein knapp zehn Tonnen.

Kapazitätsgrenze erreicht

Mit der Investition in zusätzliche Tanks reagiert die Bolten-Brauerei aus die guten Geschäftszahlen. "Wir konnten den Absatz in den vergangenen Jahren kontinuierlich steigern", sagt Beatrix Meier von der Geschäftsleitung. Allein in diesem Jahr flossen zehn bis zwölf Prozent mehr Gebrautes aus Boltens Kesseln — entgegen des Branchentrends. Vor allem 2010 erlitt die Bierbranche in Deutschland eine Durststrecke.

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In diesem Jahr verlor das Alt als Biersorte weitere Marktanteile. Bei Bolten aber war allmählich die Kapazitätsgrenze erreicht. "Das Bier muss immer mehrere Wochen gären, um die anspruchsvolle Qualität zu erfüllen. Um dies bei glücklicherweise steigender Nachfrage zu gewährleisten, wurden die Tanks angeschafft", erklärt Beatrix Meier.

In den neuen Tanks können jeweils mehr als 700 Hektoliter Bier lagern oder 630 Hektoliter Bier gären. Bislang hatte die Brauerei drei Gärtanks mit einem Volumen von 695 Hektolitern und sechs Lagertanks mit je 900 Hektolitern. Mit den zusätzlichen neuen Tanks kann Bolten auch eine weiter steigende Nachfrage bedienen, auch wenn der Markt eher begrenzt ist. "Altbier ist ein regionales Produkt, insofern ist die Möglichkeit der Expansion im Großen und Ganzen auf die Region beschränkt, wobei wir natürlich versuchen über diese Grenzen hinaus zu gehen", sagt Meier.

Bis die neuen Gärtanks aber ihren Dienst aufnehmen, dauert es wohl noch bis Januar. Zwar stehen die Tanks seit gestern auf ihrem zuvor gegossenen Fundament, allerdings müssen sie nun elektronisch und pneumatisch an Boltens System angeschlossen werden. Das Innenleben der Türme lagert noch in einem Container auf dem Brauereigelände. "Jetzt müssen wir puzzeln", sagt Stefan Hammermeister.

(RP)
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