Naturachutzwart klagt über zugewachsenen Weg von Glehn bis zum Nikolauskloster

Fußweg in Glehn : Ein Fußweg voller Brennnesseln

Naturschutzwart Walter Brockers und weitere Glehner Bürger beklagen den schlechten Zustand des Gehweges vom Kirmesplatz in Richtung Nikolauskloster. Die Stadt Korschenbroich sagt, sie komme mit der Grünpflege nicht nach.

Walter Brockers ist seit 34 Jahren ehrenamtlich Naturschutzwart beim Rhein-Kreis Neuss: Die bis zu zwei Meter hohen Brennnesseln rechts und links entlang des Fahrrad- und Fußweges zwischen dem Glehner Kirmesplatz und dem Nikolauskloster bringen ihn jetzt in Rage. Brockers schimpft: „Erst vor zwei Jahren ist der Weg im Bereich Kirmesplatz bis Schulstraße wunderschön eingerichtet und gefeiert worden.“ Brockers denkt, dass man inzwischen wohl vergessen hat, dass es diesen Weg durch die grüne Natur gibt, denn der Weg ist zugewachsen. Der 77-Jährige erklärt: „Ein unhaltbarer Zustand besonders bei Regen. Außerdem hängen Äste gefährlich über dem Weg.“ In diesem Jahr sei so gut wie nichts daran gemacht worden – die Brennnesseln rechts und links seien in einigen Wegabschnitten fast zwei Meter hoch. „Fahrradfahrer kommen da kaum durch, und Kinder zu Fuß oder auf dem Fahrrad verbrennen sich, von den Kleinen im Kinder- Sportwagen ganz zu schweigen“, sagt Brockers.

So klagt auch Christa Täuber von der Glehner Lauftreff- Gruppe: „Wir konnten nur mit hoch erhobenen Händen hier durchkommen.“ Sie habe sich bei Ratsmitglied Peter Berger beschwert. Und nun sei in Teilbereichen wenigstens die Seite zum Bach hin „halbherzig beschnitten worden“. Und Peter Diederichs von der Schulstraße in Glehn berichtet: „Ich muss hier mit dem Hund unterwegs sein und verbrenne mich regelmäßig.“ Das kann Marie-Luise Lennartz vom Hahner Hof bestätigen: „Eine unmögliche Situation!“ Sie mutmaßt, dass erst ganz kurz vor den Classic Days Pflegemaßnahmen erfolgen. Die wenige Meter auf Jüchener Gebiet seien stets tadellos, fügt sie hinzu. Und Brockers erinnert: „Früher gab es da keine Schwierigkeiten. Besonders im Hinblick darauf, dass man aus Umweltgründen das Auto öfters zu Hause lassen und das Fahrrad nutzen solle, sei ihm diese Nachlässigkeit ein Rätsel. Der Naturschutzwart betont, auch die Bewohner von Damm und Scherfhausen gelangten mit dem Fahrrad über diese Verbindung viel weniger risikoreich als über die enge und viel befahrene Ortsdurchfahrt.

Auch die Johannes-Büchner-Straße rund um den Sportplatz sei sehr schlecht gepflegt. Brockers schimpft: „Die Rastbank dort an der Westseite des Sportplatzes ist völlig zugewachsen.“ Als schlimm empfindet er auch die Situation rund um das alte Bachbett, das man vor knapp zehn Jahren als Vorflutbecken belassen hatte. Brockers beklagt, dass nicht nur er, sondern auch andere Mitmenschen wie Christa Täuber und Paul Tillmanns sich mehrfach bei Ratsmitgliedern, bei der Korschenbrocher Stadtverwaltung und beim Erftverband beschwert hätten.

Kürzlich sei am „Jüchener Bach“ zumindest eine Seite des Weges durch Leute vom Erftverband freigeschnitten worden – das Durchkommen sei allerdings immer noch nicht ganz schmerzfrei. Auf die Frage unserer Zeitung nach der Zuständigkeit stellte Theo Verjans vom Korschenbroicher Amt für Naturschutz, Landschaftspflege und Grundwasser klar: „In diesem Jahr haben wir bereits einmal freigeschnitten aber ich habe im Moment für solche arbeiten keine Leute – jetzt gehen die Bäume vor. Die Bäume müssen gewässert werden.“

Verjans versichert: „Sobald ich Luft kriege, hat dieser Weg Priorität.“ Aber er stellte klar: „Dieser Weg entlang des Jüchener Baches ist übrigens kein Fahrradweg sondern ein reiner Fußgängerweg.“

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