Nach Abriss vom Gasthof Deuss in Korschenbroich entstehen Mietwohnungen

Ehemaliger Gasthof Deuss in Korschenbroich-Pesch: Die Platanen bleiben am Pescher Hof

Wo einst der Gasthof Deuss stand, wird kräftig gebaut. Im nächsten Jahr sollen 21 Mietwohnungen und ein Restaurant fertig sein. Auch eine kleine Kneipe mit Dorfcharakter soll in den Neubau integriert werden.

 Im Architekturbüro von Joachim Hein, An der Blankstraße 33, gibt es viel zu tun, ständig klingelt das Telefon, kommt eine E-Mail an. Der 58-Jährige ist derzeit unter anderem für ein Projekt zuständig, das das Ortsbild von Pesch prägen wird – und mit dem die Bürger von Pesch Hoffnungen verknüpfen: Im Auftrag der Stoffel Vermögensverwaltung (SSV) renoviert er den Saal der früheren Gaststätte Deuss, errichtet da, wo bis vor kurzem noch die Gaststätte war, ein Restaurant, hinzu kommen insgesamt 21 Mietwohnungen über dem Restaurant beziehungsweise in einem neu zu errichtenden Baukörper. Für das ambitionierte Projekt, das Ende nächsten Jahren abgeschlossen sein soll, zeichnet sich ein Name ab: Pescher Hof.

Die Pescher legen großen Wert darauf, dass der Platanengarten erhalten bleibt und dass es auf dem Areal auch künftig eine Kneipe geben wird, wo man sich auf ein, zwei Bier an der Theke treffen kann. Für sie hat Joachim Hein gute Nachrichten. „Die Platanen sind in Abstimmung mit Theo Verjans vom Umweltamt der Stadt Korschenbroich mit Holz gegen mögliche Beschädigungen geschützt und während des heißen Sommers immer mit frischem Wasser versorgt worden“, erklärt der Architekt. Diese Bäume seien ein Pfund, mit dem der spätere Gastronom wuchern kann. „Winfrid Stoffel ist immer sauer, wenn ihm unterstellt wird, ihm läge nicht viel an den Platanen, er werde sie abholzen lassen“, sagt Joachim Hein. Und das mit dem Bierchen dürfte auch kein frommer Wunsch bleiben. Es wird an der Pescher Straße, direkt neben dem Saal, einen zentralen Eingang geben – rechts geht’s dann in das neue Restaurant, links in den Saal, der umfassend saniert und umgestaltet wird. „Dort wird es eine Theke geben, wie man sie aus Dorfkneipen her kennt“, sagt der Architekt. Zum Platanengarten hin wird der Saal großzügig verglast. Insgesamt werden für die Gastronomie im Pescher Hof inklusive Nebenflächen rund 500 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Einiges, was geplant war, musste im Laufe des Planungsprozesses geändert werden. So war es unter wirtschaftlichem Aspekt nicht möglich, das Fachwerkgebäude, wo früher die Gaststätte Deuss war, zu erhalten. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde auch das Ziel, ein Hotel zu errichten, aufgegeben. Kleinere Änderungen fließen laufend in die Planungen ein. So wurde vor  wenigen Tagen entschieden, dass sich der Klinker des Neubaus farblich von den noch zu überarbeitenden Klinkern des Saals unterscheiden dürfen. Die Begründung: „Man darf schon sehen, was alt ist und was neu.“ Bei einer Fahrt zu seiner in Berlin lebenden Tochter war Joachim Hein die Idee gekommen, wie Wohnen und Gastronomie unter einen Hut gebracht werden können. Statt einer Lärmschutzwand fahren die Besucher der Kneipe beziehungsweise des Restaurants von der Kleinenbroicher Straße aus in den neu zu errichtenden Komplex – dort können sie, praktisch im Erdgeschoss des Hauses parken und raus geht’s auf der Pescher Straße.

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Die 21 Wohnungen mit insgesamt rund 2.500 Quadratmetern Wohnfläche werden zwischen 66 und 132 Quadratmeter groß sein, sie werden barrierefrei, insgesamt sind vier Aufzüge vorgesehen. Die gesamten Bau- beziehungsweise Umbauarbeiten sollen möglichst synchron erfolgen.

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