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Mutmaßliche Automatensprenger stehen in Kleve vor Gericht

Prozessauftakt in Kleve : Anklage: Einbruch ins Haus der Großeltern

Zwei Männer sind vor dem Klever Landgericht angeklagt. Sie legten Geständnisse ab.

Einen Geldautomaten im Twistedener Freizeitpark Irrland soll im Oktober 2018 eine dreiköpfige Bande gesprengt haben, um an Bargeld zu kommen. Zwei der mutmaßlichen Mitglieder sind jetzt vor dem Klever Landgericht angeklagt. Eine Spur führt auch nach Korschenbroich. Die Angeklagten sollen für eine Serie von Automatensprengungen verantwortlich sein, in Tönisvorst, Pulheim, Moers, Twisteden und Mühlheim-Kärlich. Viermal soll die Bande zudem eingebrochen sein: In eine Krefelder Gaststätte, in eine Grefrather Schule, in einen Meerbuscher Kindergarten – und zuletzt in ein Wohnhaus in Korschenbroich, in dem die Großeltern eines der Angeklagten lebten. Beide Angeklagten – ein 20-jähriger gebürtiger Mühlheimer und ein 28-jähriger Krefelder – räumten die Taten vor Gericht ein. Mit einem gesondert verfolgten Mann, der laut Anklage der Kopf der Bande ist, fassten sie den Beschluss, mit unlauteren Mitteln an Geld zu kommen. Vorrangiges Betätigungsfeld: Geldautomaten.

Im Internet habe er sich zusammen mit dem gesondert Verfolgten zunächst schlaugemacht, wie man die Tresore im Inneren der Automaten knackt, erklärte der 20-jährige Angeklagte vor Gericht. „Wir hatten beide keine Ahnung davon“, sagte er – schließlich habe man sich jedoch dazu entschlossen, Gas über Schläuche in das Innere der Automaten zu leiten und dann mithilfe einer Lunte aus Mull die Explosion herbeizuführen. Sonderlich erfolgreich war diese Methode angeblich nicht. Gelang eine Sprengung, wie in Moers, seien entweder die freigesetzten Geldscheine verbrannt gewesen, oder die Kassetten zu erhitzt, um an das Bargeld zu gelangen. Der Prozess wird fortgesetzt.