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Korschenbroich: Meisterhaftes Konzert in St. Andreas

Korschenbroich : Meisterhaftes Konzert in St. Andreas

Barbara und Heinz-Peter Kortmann überzeugten mit Flöte und an der Orgel.

Querflöte und Orgel ist eine optimale Instrumentenkonstellation, zumal bei zwei Künstlern wie der Flötistin Barbara Kortmann und ihrem Ehemann Heinz-Peter an der Orgel. Schon mehr als 20 Jahre musiziert das Duo zusammen. Bis in die kleinsten Nuancen sind die jeweiligen Kompositionen ausgearbeitet, und dennoch erlebt der Zuhörer die Vorträge als ganz natürlich und sehr lebendig.

Der frei sich entfaltende, voluminöse, völlig nebenluftfreie und warm getönte Klang der Flöte verschmolz beim Konzert in der Korschenbroicher Andreas-Kirche bestens mit der vielfarbigen Orgel, bei der Kortmann die Register ohne Ausnahme so wählte, dass sie das zarte Blasinstrument nicht übertönten. Die eingängige "Chaconne en trio" des recht unbekannten französischen Komponisten Jacques Morel (1690-1740) hatte Heinz-Peter Kortmann ebenso geschickt für Flöte und Orgel bearbeitet, wie das melodiöse "Allegro cantabile" aus der fünften Symphonie f-Moll von Charles Marie Widor (1844-1937).

Zum Abschluss kam mit Cécile Chaminade (1857-1944) eine französische Komponistin an die Reihe: Ihr "Concertino für Flöte und Orchester", ebenfalls von Kortmann für die Orgel eingerichtet, mutete frühlingshaft an. Wie Vogelstimmen wirkten die teils virtuosen, makellos dargebotenen Flötengirlanden. Mit einer Sonatine für Querflöte und Orgel des Kirchenmusikers und Komponisten Franz Surges (1958-2015) aus Eschweiler war im Programm auch Musik des 20. Jahrhunderts vertreten. Den ersten Satz des vielschichtigen Werkes spielte Barbara Kortmann im Altarraum. Trotz des großen Abstandes zur Orgel gelang auch hier das Miteinander ohne jeden Bruch.

In Johann Sebastian Bachs Fantasie G-Dur BWV 572, dem eindrucksvoll interpretierten "Tempo moderato" aus der vierten Sonate von Joseph Gabriel Rheinberger (1839-1901) und "Cortège et Litanie" von Marcel Dupré (1886-1971) überzeugte Heinz-Peter Kortmann nachdrücklich auch als Solist an der Orgel.

Für den ausdauernden Applaus dankte das Duo mit einer meditativen Zugabe.

(NGZ)