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Korschenbroich: Lustiges und Besinnliches beim zweiten Mundartabend in Glehn

Korschenbroich : Lustiges und Besinnliches beim zweiten Mundartabend in Glehn

"Unges Sproch" - nämlich die Mundart - ist längst wieder "in". Und so gab es beim zweiten Mundartabend der Glehner Heimatfreunde im Saal der Gaststätte "Alt Glehn" ein volles Haus. Vereinschef Joachim Schröder und sein Vorstand zeigten sich freudig überrascht von der großen Resonanz und der sehr guten Stimmung. "Der heutige Abend spornt an, so eine Veranstaltung in Kooperation mit Kleinenbroich zu wiederholen", sagte Schröder.

Die letzte Veranstaltung dieser Art gemeinsam mit dem Heimatverein Kleinenbroich liegt schon zehn Jahre zurück. Nun hatte der Verein die Chance ergriffen, in geselliger Runde Information zu geben über die Mundartgrenzen und Unterschiede zwischen dem Glehner und Kleinenbroicher Platt aufzuzeigen. Schröder referierte über die verschiedenen Dialekte innerhalb des Rhein-Maas-Gebietes, was eine Wissenschaft für sich darstellt. "Glehn und Kleinenbroich gehören sprachlich gesehen zum Südniederfränkischen, die Menschen sprechen aber nicht genau den gleichen Dialekt - was nicht heißt, dass wir uns nicht verstehen," erklärte der Chef der Glehner Heimatfreunde. Auch zwischen den beiden Orten gibt es Einflüsse durch die "Benrather Linie" und die "Uerdinger Linie". So heißen Zähne in Glehn "Zäng" und in Kleinenbroich "Täng". Die Glehner "Zong" (Zunge) heißt im Nachbarort "Tong", "Ziehne" (Zehen) sind dort "Tiene" - aber in beiden Orten ist die Zeitung die "Ziedung", und generell gibt's Ausnahmen von jeder Regel.

Ein unterhaltsamer Abend war garantiert - dafür standen auf "Glehner Seite" Referenten wie Hans-Peter Menzen, Martha Lipgens und Norbert Fausten. Für Kleinenbroich waren der Vizevorsitzende des Heimatvereins, Rolf Schmier, und sein Mundartteam Heinz Küppers, Marlene Hoesen sowie Christa Schmier mit überwiegend lustigen Texten angetreten, wie Marlene Hoesen mit "D'r jo'e Benimm" (Das gute Benehmen). Manche Situationen kann man nur in Mundart schildern. Christa Schmier begründete, warum "Os Oma sin Jeet" (Ziege) sich nur von der Oma melken ließ, Rolf Schmier präsentierte die Geschichte vom Besuch beim Doktor mit "D'r Stohl" (der Stuhl). Hans-Peter Menzen aus Glehn sprach über lustige Beobachtungen in früheren Gaststätten - etwa bei "Pitter und Lisabeth Lappesen".

(kvm)