Korschenbroich: Liedbergs Klang im "AvantGarten"

Korschenbroich : Liedbergs Klang im "AvantGarten"

Internationale Komponisten versprechen künstlerische Grenzüberschreitungen. Auch Schüler des Gymnasiums sind beteiligt.

In Brita Heizmann kribbelt die Vorfreude. Die künstlerische Leiterin steckt mitten in den Vorbereitungen für den vierten AvantGarten Liedberg. Der findet am Sonntag, 9. September, zum vierten Mal im Rahmen der Muziek Biennale statt. Geboten werden Neue Musik, Klangcollagen und Open-Air-Konzerte, dieses Mal unter dem Titel "No Daed Drop".

Camilo Sauvalle wird beim AvantGarten auftreten. Foto: Markus Hoffmann

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Anerkannte Komponisten, wie der Chilene Goldschmidt, und Interpreten der Neuen Musik haben ihr Kommen zugesagt. Nach einem Rundgang durch den historischen Ortskern arbeiten Studierende der Klasse Neue Musik/ Komposition der Kölner Hochschule für Musik und Tanz an ortsbezogenen Kompositionen. Die Professoren Brigitta Muntendorf, Michael Beil und Markus Hechtle begleiten dieses Kompositionsprojekt. Der Komponist Vladimir Guicheff Bogacz aus Uruguay erarbeitet ein weiteres mit Mitgliedern der Chöre am Gymnasium Korschenbroich. Beteiligt ist auch Musiklehrerin Regine Saus. "Der Titel der grenzüberschreitenden Muziek Biennale heißt ,Verboten'. Wir aber haben keine Verbote, keine Tabus. Der Titel ,No Dead Drop' steht für mutiges Engagement von Komponisten und Interpreten", sagt die Musiklehrerin.

Xavier Larsson Paez bringt sein Saxophon mit. Foto: Hayrapet Arakelyan

"Kein Geheimnis oder Absturz, stattdessen Lebendigkeit, Aufbruch, Vielfalt an vier Musikstationen, auf Wiesen und in Gärten", verspricht Heizmann. Ihr ist es ein Anliegen, der Neuen Musik ein Forum zu geben. "Junge Menschen prägen neue Musik durch ihre Visionen, und das will ich zulassen. Ich will eine positive Beziehung zwischen Publikum und zeitgenössischer Musik durch innovative, lebendige Klänge", betont Heizmann. Sie lobt die international durchmischte Gruppe der Studierenden aus Chile, Deutschland, Uruguay, Korea, Russland, den USA, Iran, China und Spanien als motivierte Musikschaffende. Der Turm im Ort hat offenbar alle besonders beeindruckt. Hier würde am liebsten ein Jeder das eigene ortsbezogenen Werk erklingen lassen. Doch pro Station sind maximal lediglich 20 Minuten Hörerlebnis vorgesehen.

Treffpunkt ist der Liedberger Sandbauernhof, wo zwei/ drei Stücke von Studierenden uraufgeführt werden. Anschließend sind die Gäste aufgefordert, Musiker Camilo Sauvalle zur ersten Musikstation zu begleiten. Dabei wird Sauvalle auf dem Saxophon ein Werk des Komponisten Matthias Krüger interpretieren. "Beim Fußweg kommen natürliche Resonanzen dazu - das Rauschen der Blätter, das Singen der Vögel", erzählt Heizmann. Die erste Station ist eine Wiese im Ort. Gärten und das Schloss beherbergen weitere Stationen. Die Spanierin Helena Canova i Pares plant eine Aufführung ohne Instrumente und wird voraussichtlich mit Elementen elektronischer Musik arbeiten.

"Die Musiker werden in Performances viele Elemente einbeziehen", verrät Heizmann. Zu den Interpreten gehört zum Beispiel das Ensemble Garage mit Liz Hurst und ihren teilweise ungewöhnlichen Flöten. Das Festival endet schließlich mit einem Büffet, bei dem Brot, Butter und Frischkäse aus der heimatlichen Region angeboten werden. In der Vorschau zur kompletten Muziek Biennale, die vom 31. August bis zum 7. Oktober dauern wird, ist der AvantGarten in Liedberg unter den Publikumslieblingen gelistet.

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE