Korschenbroich: Lasst Lienenkämper von der Leine!

Korschenbroich: Lasst Lienenkämper von der Leine!

Der Schwanz hat mit dem Hund gewedelt – könnte man sagen, wenn es nicht um den Landesverkehrsminister ginge. Da wir aber Lutz Lienenkämper nicht als einen Hund ansehen, sagen wir lieber gänzlich unmetaphorisch wie es ist: Das vergleichsweise kleine Korschenbroich hat sich im landesweiten Wettkampf um Geld für Bahnhofsmodernisierungen gegen viele und weitaus größere Konkurrenten durchgesetzt.

Der Schwanz hat mit dem Hund gewedelt — könnte man sagen, wenn es nicht um den Landesverkehrsminister ginge. Da wir aber Lutz Lienenkämper nicht als einen Hund ansehen, sagen wir lieber gänzlich unmetaphorisch wie es ist: Das vergleichsweise kleine Korschenbroich hat sich im landesweiten Wettkampf um Geld für Bahnhofsmodernisierungen gegen viele und weitaus größere Konkurrenten durchgesetzt.

Jetzt soll es endlich für jedermann zugängliche Bahnsteige in Korschenbroich und Kleinenbroich bekommen. Schneller als gedacht und schneller als viele andere größere Städte, die ebenfalls ungeduldig eines hübscheren Bahnhofes harren. Tusch!

Das ist mal ein Erfolg — und mithin gibt es auch etliche Herren, die gerne bereit sind, die Vaterschaft anzuerkennen. Ganz ohne DNA-Test, einfach so. Bemerkenswert ist, dass Verkehrsminister Lienenkämper (CDU) dem Jüchener Landtagskollegen Fritz Behrens (SPD) so sehr als Mit-Vater anerkennt, dass er zur Verkündung der frohen Botschaft sogar mit Behrens eine gemeinsame Erklärung zeugte. So weit geht die Liebe normalerweise nicht — und in Wahlkampfzeiten schon gar nicht.

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Mal abgesehen davon, dass sich in der Tat auch Sozialdemokraten für die Bahnhöfe eingesetzt haben, ist die gemeinsame Präsentation außer fair auch gar nicht dumm von Lienenkämper. Nun kann niemand so schnell behaupten, Korschenbroichs vorzügliches Glück sei nur der Tatsache zu verdanken, dass die Stadt zu Lienenkämpers Wahlkreis gehört, der Minister nach der Wahl im Mai wieder gerne im Landtag säße und sich daher viele Stimmen-Leckerli verdienen wollte. Ja, wenn bei der Operation Bahnhof sogar die Opposition mit im Boot saß und auch noch mitruderte. . .! Dennoch: Die Frage, ob man mit einem Minister wedeln kann, darf fortan bejaht werden. Korschenbroich kann's.

Dummerweise ist es bis Mai aber zu knapp, noch mal zu wedeln und den Minister auf die Fährte der L 381 zu setzen. Wird diese Landstraße zwischen Mönchengladbach und Korschenbroich vierspurig ausgebaut, brausen noch mehr Autos über die Ortsdurchfahrt und machen dabei noch mehr Lärm , fürchtet die Stadt. Da muss man doch was tun, fordert sie. Dazu sieht der Landesbetrieb Straßenbau hingegen keinen Anlass. Aber mal sehen: Auch 2015 wird ein Landtag gewählt, und wenn Lienenkämper erst mal Witterung aufgenommen hat. . .

Vielleicht schafft er auch noch das Unmögliche und spürt eine Trasse für die geplante Landstraße 19 n auf, die um Giesenkirchen und Odenkirchen herum zur A 44 führt und dabei niemanden stört: nicht die Anwohner in Ruckes, nicht die in Waat oder Wey, nicht die in Schelsen oder Dürselen, nicht die Kröten im Niersgrünzug und schließlich auch nicht die Korschenbroicher FDP. Such' Minister, Minister such'!

(RP)