Korschenbroich: Landwirt gibt Einblick in Biogasanlage

Korschenbroich: Landwirt gibt Einblick in Biogasanlage

Mitglieder des Korschenbroicher Umweltausschusses besichtigen die Biogasanlage des Landwirtes Norbert Dyckers in Lüttenglehn, wo aus Gülle Strom entsteht.

Von weitem kann man sie über die Felder bereits gut erkennen: die vier großen Bauten mit den auffällig grünen Kuppeln am Rand von Lüttenglehn. Sie gehören zu der Biogasanlage des Landwirts Norbert Dyckers, mit der er seit nunmehr über einer Dekade Öko-Strom produziert - nachhaltig und innovativ. Mitglieder des Umweltausschusses des Rates der Stadt Korschenbroich bekamen nun die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von dieser Art der Stromerzeugung zu machen.

"Im Grunde genommen ist der Betrieb ein Kreislauf", sagte Norbert Dyckers seinen Besuchern vor den großen Fermentern der Anlage. "Zugeführt wird täglich eine Menge von 20 Kubikmeter Gülle aus der eigenen Schweinemast und rund 36 Tonnen Biomasse, wie zum Beispiel Mais oder Zuckerrüben," erklärt der Landwirt. Letztlich gehe es immer um genau das, was überproduziert werde. In den Fermentern werde alles vermischt und auf insgesamt 40 Grad Celsius erhitzt. Die Bakterien im Innern würden dann durch diese Temperatur angeregt und sorgen so für einen natürlichen Gärungsprozess.

Dadurch entsteht das für die Stromgewinnung wichtige Methangas. 370 Kubikmeter des Gases wird pro Stunde erst gereinigt und dann in zwei großen Motoren verbrannt, so dass Strom entsteht. Die Gär-Reste, die am Ende übrig bleiben, werden als Düngemittel wieder auf ein Feld gebracht. Die Pflanzen, die daraus hervorgehen, dienen den Schweinen wiederum als Nahrung - so entsteht ein nachhaltiger Kreislauf.

Die Biogasanlage versorgt auf diese Art und Weise nicht nur Dyckers Betrieb, sondern indirekt auch rund 1.150 Haushalte mit Strom, da ein großer Teil der 750 stündlich produzierten Kilowatt in das Netz eingespeist werden. Die entstandene Wärme wird ebenfalls genutzt. Sie geht an benachbarte Gartenbaubetriebe und Pflanzencenter. Der Schritt, in eine nachhaltige Stromquelle zu investieren, war für Dyckers nur logisch. "Wir versuchen in unserem Betrieb immer innovativ und für die Zukunft gewappnet zu sein", so Dyckers. Da vor rund zwölf Jahren das Thema der erneuerbaren Energien aufkam, wollte man rechtzeitig für die eigene Konkurrenzfähigkeit sorgen. Die Ausschussmitglieder zeigten in der nachfolgenden Gesprächsrunde großes Interesse an der Technik und der Philosophie des Betriebs. Zur Sprache kamen aber auch ganz tagesaktuelle Problematiken, wie der Einsatz von Glyphosat, Antibiotika im Futter oder gar genetisch verändertes Saatgut. Die zahlreichen Themen werden nun - angereichert durch die eigene Anschauung in Lüttenglehn - in die weitere Arbeit des Ausschusses einfließen.

(NGZ)